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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

E-Mobilität

Wie der Käfer zum E-Käfer wird

In der Braunschweiger Batterie-Entwicklung suchen Mitarbeiter nach Möglichkeiten, wie sich Verbrenner-Fahrzeuge nachträglich elektrifizieren lassen.

Sichtlich angetan: Volkswagen Chef Herbert Diess ist mit dem elektrisch betriebenen E-Käfer bereits gefahren. 

Das Bild zeigt ihn in der Technischen Entwicklung in Wolfsburg.

Das E am Ende des Kennzeichens verrät es: Dieser Käfer fährt elektrisch. Eine Akkuladung reicht für ungefähr 150 Kilometer.

Wenn der rote, mehr als 40 Jahre alte Käfer lautlos an einer Elektro-Ladesäule vorfährt, zieht er die Blicke zwangsläufig auf sich. Erst recht, wenn Herbert Diess am Steuer sitzt. Der Volkswagen Chef fuhr unlängst mit dem elektrifizierten Oldtimer im Werk Wolfsburg zu Terminen. „Viele Leute können im ersten Moment gar nicht glauben, dass der Käfer elektrisch angetrieben wird“, sagt Karsten Mausolf aus der Batterie-Entwicklung im Werk Braunschweig, während er vorne rechts wie selbstverständlich ein Ladekabel an den Käfer andockt.

Das E-Kennzeichen könnte noch eine Täuschung sein, doch der Blick ins Heck des Fahrzeugs beseitigt letzte Zweifel: Dort, wo beim Käfer eigentlich der Verbrennungsmotor platziert ist, befindet sich tatsächlich ein Elektro-Motor, gut zu erkennen an den orangefarbenen Anschlusskabeln. Und wer ganz genau hinsieht, der entdeckt hinter den Schwellern auch die Elektro-Batterie.

Weltweit gibt es derzeit nur wenige 
kleinere Firmen, die sich auf die nachträgliche Umrüstung von Verbrenner-Fahrzeugen spezialisiert haben. Umgerüstet werden meist Young- und Oldtimer, deren Besitzer die Exklusivität sowie den Fahrspaß schätzen. Vor allem Cabrio-Fahrer genießen es, bei offenem Verdeck lautlos über die Landstraße zu gleiten.

„Mit der Elektrifizierung unserer Automobil-Ikonen wie dem Käfer kann es uns gelingen,
das Thema E-Mobilität emotional weiter aufzuladen – und zwar generationenübergreifend. Dies leistet einen positiven Beitrag zum erfolgreichen Start des MEB-Zeitalters“, weiß Ludwig Fazel, der in der Konzern Komponente den Bereich Strategie leitet. 
„Einige Umrüster in den USA haben sogar schon historische Porsche-Modelle elektrifiziert, die Presse berichtet durchweg positiv darüber“, so Fazel.

Treiben das Projekt voran: (von links) Stefan Lieske, Ludwig Fazel, Karsten Mausolf, Otto Joos und Vanessa Stock.

Aus diesem Grund lotet ein kleines Experten-Team aus dem Werk Braunschweig derzeit Möglichkeiten aus, wie sich historische Fahrzeuge mit Technik aus dem Volkswagen Konzern umrüsten lassen. „Wir sind gerade dabei, den Antrieb eines e-up! in den Käfer einzubauen“, verrät Stefan Lieske aus der Batterie-Entwicklung. „Wir kombinieren die großartige Vergangenheit des Käfer mit der modernsten Technologie unserer Elektrofahrzeuge", schwärmt Vanessa Stock. Damit alleine ist es 
jedoch nicht getan: Da der Elektro-Käfer aufgrund der Batterie deutlich schwerer wird, müssen Bremsen und Fahrwerk verstärkt werden. Im nächsten Schritt wollen die Volkswagen Mitarbeiter unter anderem den Bulli und den Kübelwagen elektrifizieren.