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Mehr Bahn und Schiff: Die Logistik entlastet die Straßen

Beim Transport von Produktionsmaterial an den Standort Wolfsburg setzt sie verstärkt auf die Schiene und den Seeweg.

Stop-and-go-Verkehr oder Stau – darüber hat sich wohl schon jeder geärgert. Indem sie die Zahl der Lkw-Fahrten für Volkswagen reduzieren, wollen die Logistik des Werks Wolfsburg und der Marke Volkswagen gemeinsam einen Beitrag zu leereren Straßen und weniger CO2-Emissionen leisten. Deshalb setzen sie für den Transport von Produktionsmaterial ins Stammwerk häufiger denn je auf den Bahn- und den Seeweg.

»Wo es möglich ist und es sich für das Unternehmen rechnet, gehen wir weg vom reinen Transport per Lastwagen.«

„Wo es möglich ist und es sich für das Unternehmen rechnet, gehen wir weg vom reinen Transport per Lastwagen. Stattdessen kombinieren wir die Verkehrsträger Straße, Schiene, See- und Binnenschiff sinnvoll miteinander“, erklären Lars Kleist und Florian Bencinic aus der Transportplanung Wolfsburg und Markus Wargenau aus der Logistikplanung der Marke. Gemeinsam nennen sie drei Beispiele für alternative Konzepte für den Transport ins Stammwerk.

Beispiel 1

In einem Pilotprojekt testen Werks- und Markenlogistik, wie Reifen aus Portugal nach Deutschland gebracht werden können und dabei möglichst wenig auf Straßen unterwegs sind. Wie? In Lousado kauft Volkswagen Reifen bei einem Zulieferer und bringt diese auf dem etwa 35 Kilometer langen Landweg zum Hafen in Porto. Dort wird der Sattelauflieger auf ein riesiges Spezialschiff zum Transport beweglicher Güter gefahren, auf ein sogenanntes Ro-ro-Schiff. Angekommen in Rotterdam in den Niederlanden, fährt eine Zugmaschine an Bord und die im Sattelauflieger lagernden Teile gut 500 Kilometer nach Wolfsburg. Zuvor wurden die Reifen die komplette Strecke per Lastwagen nach Wolfsburg transportiert. Fazit: 510 statt 2.400 Kilometer Straße.

Erst im Hafen von Rotterdam werden Reifen aus Portugal entladen und
auf die Straße gebracht. Der Hafen der niederländischen Stadt ist einer
der größten Seehäfen der Welt und der größte Tiefwasserhafen Europas.  

„Wir versuchen nun, ob wir die Ladung statt in Rotterdam in einem deutschen Hafen wie Emden, Cuxhaven oder Bremerhaven löschen lassen können, um weitere Kilometer auf der Straße zu sparen. Das hängt aber auch von den Gezeiten ab“, sagt Markus Wargenau und frohlockt: „Wir sind schon mit den Werken in Palmela in Portugal und Pamplona in Spanien in Kontakt und prüfen, ob wir diese Verbesserungsmöglichkeiten zur Entlastung der Straßen über die Häfen in Porto beziehungsweise Santander ausweiten können.“ Der Seeweg dauere in all diesen Fällen zwar länger, aber er lohne sich auch wirtschaftlich. Florian Bencinic erläutert: „Schließlich ist Seefracht günstiger als der Transport auf der Straße.“      
 

Von dort werden sie die letzten fünf Kilometer per Lkw ins Werk Wolfsburg gebracht“, erklärt Lars Kleist. Fazit: fünf statt 300 Kilometer Straße.

Beispiel 2

Bauteile aus Mexiko wie Formhimmel oder Leuchten werden in
 Containern per Seeschiff nach Bremerhaven gebracht. Bisher erfolgte der Weitertransport nach Wolfsburg auf der Straße. Das ist nun anders: „In Bremerhaven werden die Container mit den Bauteilen auf ein Binnenschiff verladen und über den Mittellandkanal ins Güterverkehrszentrum in Fallersleben verschifft.

Erst im Containerhafen in Fallersleben werden Bauteile aus Mexiko umgeladen und auf die Straße gebracht. Von links: Sebastian Krause (Geschäftsführer Güterverkehrszentrum Wolfsburg), Florian Bencinic (Transportplaner Wolfsburg), Lars Kleist (Leitung Transportplanung Wolfsburg) und Markus Wargenau (Logistikplaner Marke Volkswagen).

Beispiel 3

In Malacky in der Slowakei, 35 Kilometer von der Hauptstadt Bratislava entfernt, befindet sich ein Umschlagzentrum für Kaufteile aus dieser Region, zum Beispiel Radarsensoren, Ladeböden und Abgasschalldämpfer. Bisher wurden diese Teile ausschließlich per Lkw nach Wolfsburg gebracht, also 750 Kilometer über Straßen und Autobahnen in der Slowakei, Österreich und Deutschland. Das ist nun anders: Den allergrößten Teil der Strecke legen die Teile per Zug zurück: Von Malacky kommen sie per Lastwagen zum Bahnhof in Bratislava. Dort werden die Sattelauflieger auf die Bahn gehoben und fahren bis Braunschweig. Erst die letzten 30 Kilometer bis ins Werk Wolfsburg erfolgt der Transport wieder auf der Straße. Fazit: 65 statt 750 Kilometer Straße.

Erst im Hafen von Braunschweig werden Sattelauflieger mit Kaufteilen aus Bratislava vom Zug auf die Straße gebracht. Von links: Jens Hohls (Geschäftsführer Hafen Braunschweig), Markus Wargenau (Logistikplaner Marke Volkswagen), Florian Bencinic (Transportplaner Wolfsburg), Lars Kleist (Leitung Transportplanung Wolfsburg), Gerhard Oswald (Geschäftsführer des Dienstleisters RailRunner) und Christian Gielke (Projektmanager RailRunner).