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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

E-Mobilität

Das erste E-Auto-Werk

Zwickau wird zum E-Standort Nummer eins. In einer großen Weiterbildungsoffensive werden die Mitarbeiter geschult.

Noch bauen die Mitarbeiter in Zwickau Golf und Golf Variant. In gut einem Jahr wird es der ID. sein, das erste E-Modell von Volkswagen auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB). Das Werk wird also vom Verbrennungsmotor ganz auf die Elektromobilität umgestellt. Am sächsischen Standort soll das größte und leistungsfähigste E-Auto-Werk des Konzerns entstehen, das künftig bis zu 330.000 E-Modelle im Jahr fertigt. Das Ziel: Ab 2021 bauen die Mitarbeiter in Zwickau sechs E-Modelle von drei Konzernmarken.

Die Zwickauer Fertigung wechselt vom Golf zum ID.

»Die Zwickauer Mannschaft kann und wird faszinierende E-Autos in allerhöchster Qualität bauen«

Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen

Der Übergang hat bereits begonnen: Schritt für Schritt bauen die Mitarbeiter die erste Fertigungslinie um. Ziel: In weniger als 12 Monaten soll der erste ID. vom Band rollen. Die heiße Umbauphase beginnt dann im Sommer 2019, wenn die Mitarbeiter die Linie in wenigen Wochen auf die neuen MEB-Modelle einrüsten. Bis Ende 2019 werden Karosseriebau, Lackiererei, Montage und Infrastruktur erneuert. Unter anderem muss die gesamte Fördertechnik auf die schwereren Elektroautos vorbereitet werden. Sechs Monate später wird dann die zweite Fertigungslinie nach dem gleichen Muster umgebaut und 2020 in Betrieb gehen. Der Standort Zwickau steigert dann die Fertigung von 1.350 auf 1.500 Fahrzeuge pro Tag. Im Zuge des Umbaus werden schätzungsweise 9.000 Tonnen Stahl verarbeitet sowie 50.000 Quadratmeter Hallenfläche neu errichtet.

Ziel: In weniger als 12 Monaten soll der erste ID. vom Band rollen.

Die Autofabrik im Wandel: In Zwickau entsteht die leistungsfähigste E-Auto-Fabrik Europas. In gut einem Jahr startet die ID. Produktion. Das Werk soll künftig bis zu 330.000 E-Modelle fertigen.

Bernd Füsting (55) ist seit zehn Jahren im Volkswagen Bildungsinstitut. Sein Projekt: ein Trainingscenter für Elektromobilität zu entwickeln. Als Berater für Berufsausbildung hat er schon die Werke in Pune und Bratislava unterstützt.

Der Entwickler für Trainings

„Jeder, der mit Hochvoltechnik arbeitet, muss bestmöglich vorbereitet werden. Mit Unterstützung durch das Lean Center Konzern in Wolfsburg haben wir ein neues Trainingscenter mit Schwerpunkt Elektromobilität entwickelt. Da vermitteln wir in verschiedenen Modulen die Grundfertigkeiten in Bezug auf Hochvolttechnik: Wie werden Elektrobauteile zusammengesteckt? Was ist bei Sicherungen und Steckern zu beachten? Die ersten Trainings fanden in Dresden statt, als der e-Golf 2017 startete. Ab Januar schulen wir 3.000 Mitarbeiter in Zwickau. Bis zum Anlauf des ID. sollen alle fit sein für ihren neuen, elektrisierenden Job!“

Mike Kusche (44) hat seine berufliche Laufbahn bei Volkswagen 1997 in der Lackiererei begonnen. Seit mehr als sechs Jahren schult er nun Mitarbeiter, momentan zum Thema Elektromobilität.

Der Trainer

„Ich sehe Elektromobilität als große Chance für Zwickau. Wir sind Vorreiter und wollen zeigen, dass auf uns Verlass ist. Meine Aufgabe als Mastertrainer für Elektromobilität ist es, die Kollegen an der Linie, aber auch die zukünftigen Trainer auszubilden. Wissen zu vermitteln macht mir großen Spaß. Dabei habe ich viel Verantwortung, das motiviert mich sehr bei meiner Arbeit. Wir arbeiten sehr innovativ, etwa mit VR-Brillen. So können wir nicht verfügbare Bauteile frühzeitig digital darstellen. Schon bald starten wir mit den Mitarbeitern der Halle 5 mit den Trainings. Dort wird der ID. vom Band laufen. Von mir aus kann es losgehen!“

Thomas Hofbauer (29) hat bei Volkswagen „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ gelernt. Nächstes Jahr schließt er sein Fernstudium zum Elektrotechniker ab. Sein Spezialgebiet sind Robotertechnik und Prozessautomation.

Der Roboter-Experte

„Dass die Elektromobilität bei Volkswagen hier in Zwickau startet, finde ich super. Es ist ein großer Vertrauensbeweis. Nun wird aus allen Richtungen auf unseren Standort geschaut. Das ist Verpflichtung, aber auch Ansporn. Ich arbeite in der Instandhaltung der Montage, kümmere mich um die Wartung von Anlagen. Mein Fachgebiet sind die Roboter- und Steuerungstechnik. Mit dem Umbau zum reinen E-Standort kommen viele neue Dinge auf uns zu. Anlagen werden umgebaut, aufgerüstet oder komplett neu installiert. Bald kann ich sagen: ,Bei uns in Zwickau laufen Elektroautos vom Band‘. Darauf bin ich stolz.“

Mit dem Umbau zum E-Auto-Werk für voll vernetzte und vollelektrische Autos hat Volkswagen die größte Qualifizierungsoffensive in der Geschichte des Unternehmens gestartet. Die 7.700 Mitarbeiter am Standort in Sachsen werden bis 2021 in den Übergangsprozess einbezogen. In großen Qualifizierungsmaßnahmen werden sie auf die Aufgaben und Jobs vorbereitet, die im neuen E-Auto-Werk entstehen. Alle Mitarbeiter durchlaufen Informationsveranstaltungen. Im Trainingscenter E-Mobilität werden 3.000 Mitarbeiter zu den fachlichen Inhalten der E-Mobilität geschult. Zudem erwerben 1.560 Mitarbeiter eine Art Hochvolt-Führerschein. Dabei lernen die Mitarbeiter an der Linie wie in anderen Bereichen, sicher mit höheren Spannungen umzugehen.

1.560 Mitarbeiter machen Hochvolt-Führerschein

Neben Zwickau sind vier weitere Standorte in Deutschland an der Entwicklung und Produktion des Volkswagen ID. beteiligt: Die Mitarbeiter der Baureihe E-Mobility und der Technischen Entwicklung in Wolfsburg entwickeln den ID.; die Mitarbeiter in Braunschweig fertigen mit dem Batteriesystem das Herz des ID.; in Kassel wird künftig der MEB-Antrieb gebaut; und in Salzgitter starten die Mitarbeiter noch in diesem Jahr mit der Vorserienfertigung von Rotor und Stator für den MEB.