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Abschied: Diess dankt China-Chef Heizmann

Der Vorstandsvorsitzende leitet nun auch das Geschäft im Reich der Mitte – unterstützt wird er von Stephan Wöllenstein, der nun auch Markenvorstand ist.

Abschied: Herbert Diess (links) bedankt sich bei Jochem Heizmann. In der Mitte Stephan Wöllenstein, der als COO das operative Geschäft der Volkswagen Group China führt und seit Kurzem auch Mitglied des Markenvorstands ist.

Herbert Diess führt seit Mitte Januar auch das Konzernvorstandsressort China. Zuvor verabschiedete er in Peking Jochem Heizmann in den Ruhestand. Dieser hatte als Mitglied des Konzernvorstands seit 2012 die China-Geschäfte geleitet. Diess dankte Heizmann für das in den vergangenen sechs Jahren im chinesischen Markt Erreichte. Unter Heizmanns Verantwortung habe das Unternehmen seine Auslieferungen an Kunden mit mehr als vier Millionen Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Als Marktführer kommt der Volkswagen Konzern in China auf einen Marktanteil von 18 Prozent, die Marke Volkswagen für sich genommen auf 14 Prozent.

Volkswagen produziert im Reich der Mitte aktuell in 33 Werken. 2013 waren es noch 23. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in diesem Zeitraum von 80.000 auf mehr als 100.000. Vor allem aber habe Heizmann die umfassende Transformation in der chinesischen Automobilindustrie bedeutend mitgestaltet und die Volkswagen Group China für neue Ideen geöffnet, lobte der Konzernchef.

Mit Blick auf die Zukunft sagte Diess, das Unternehmen müsse sich konstant weiterentwickeln und neu erfinden, um seine führende Position zu halten. China sei bei Weitem der wichtigste Einzelmarkt für den Konzern. Die Werke dort zählten zu den weltweit erfolgreichsten und seien Benchmark bei Produktivität, Qualität und Profitabilität.

Rund die Hälfte der 20.000 Experten in der Forschung und Entwicklung des Konzerns arbeiteten an Technologien, Produkten und Designs für China, so Diess. Mit zusätzlichen 190.000 Import-Fahrzeugen sei China der relevanteste Markt für die Premium- und Luxusmarken des Konzerns. Das schaffe Arbeitsplätze in Europa.
„China ist das neue automobile Kraftzentrum“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Das Land werde Treiber bei neuen Technologien rund um die Mobilität sein. „In dieser neuen Situation müssen wir unsere Strategie deutlich ändern – nicht nur für China, sondern auch für den ganzen Konzern.“ China könne nicht länger nur als weltgrößter Markt für die Produktion und den Vertrieb von Fahrzeugen gesehen werden, die in Europa designt wurden.

Das Land werde bedeutend zu weltweit führenden Technologien und Produkten rund um die Mobilität beitragen. „Deshalb sind wir dazu entschlossen, wichtige Technologien und Mobilitätskonzepte zusammen mit unseren Partnern FAW, SAIC und JAC hier in China zu entwickeln: in China für China und für die Märkte weltweit.“ Ziel sei es, die Beziehungen zu den Joint- Venture- Partnern zu intensivieren.

Rede vor Führungskräften: Diess unterstrich die Bedeutung des chinesischen Marktes.

Vor dem Hintergrund der größten Transformation, die die Automobil­industrie gesehen habe, sei es wichtiger denn je, Pioniergeist zu zeigen. „Bei dieser Transformation wird China die Geschwindigkeit vorgeben: bei der E-Mobilität, beim automatisierten und voll vernetzten Fahren und bei neuen Mobilitätskonzepten.“

Diess verwies dabei auf die Automobil-Strategie, mit der China – anders als andere Länder – ein klares Ziel für das Jahr 2025 verfolge: Bis dahin will China führend bei voll vernetzten und autonomen Fahrzeugen sein. „Aufgrund dieser Entschlossenheit und der Fähigkeiten und Gewissenhaftigkeit der Chinesen wird das Land dieses Ziel erreichen“, sagte der Volkswagen Chef.

Als CEO des Volkswagen Konzerns nehme er darum die Verantwortung wahr, dieses Geschäft zu begleiten und dessen Strategie voranzutreiben. Diess: „Vergangenes Jahr war ich etwa 20 Tage hier. Dieses Jahr sollen es doppelt so viele werden.“ Unterstützt wird der Vorstands­vorsitzende von Stephan Wöllenstein, der als CEO der Volkswagen Group China das operative Geschäft in China führt. Er hatte seit 2004 unterschiedliche Funktionen in China inne und ist dort seit 2016 Chef der Marke Volkswagen. Vor wenigen Tagen wurde er darüber hinaus in den Markenvorstand berufen.

Der Volkswagen Konzern in China

Der Volkswagen Konzern hat in China seit Marktantritt mehr als 35 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Im Jahr 1984 gründete der Konzern dort mit SAIC VOLKSWAGEN 
sein erstes Joint Venture. 1990 folgte mit FAW Volkswagen ein weiteres. Ein drittes Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller JAC kam 2017 für die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen hinzu. Die Volkswagen Group China beschäftigt mehr als 100.000 Frauen und Männer.