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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

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Faszination Produktion: Siegertypen gesucht

Fahrzeugbauende Werke starten Wettbewerb: Wer baut Fahrzeuge am effizientesten? – Gewinner bekommen „Produktions-Oscar“.

Lidia Collado Arenas, Navarra


Die Fotos strotzen nur so von Tatendrang: Wer hat am Ende die Nase vorn? Mit einer Fotoaktion, die Produktionsmitarbeiter aus den fahrzeugbauenden Werken weltweit zeigt, beginnt ein besonderer Wettbewerb der Kampagne „Faszination Produktion“: „race4TRANSFORMATION“. Die Frage ist: Wer baut die Fahrzeuge am effizientesten? Dieser Herausforderung stellen sich die 15 fahrzeugproduzierenden Werke der Marke Volkswagen. Die Bewertung der Werke erfolgt nach festgelegten Kriterien, etwa den Fabrikkosten pro Fahrzeug. Über ein Jahr wird gemessen, im Februar kommenden Jahres steht der Sieger fest. Das Gewinner-Werk darf den Titel des „Transformer of the Year“ tragen und bekommt einen Pokal überreicht, den „Produktions-Oscar“. Am Ende des Wettbewerbs soll natürlich nicht nur herauskommen, welches Werk besonders effizient arbeitet. Gute Beispiele sollen Schule machen. Gemeinsam besser werden, das ist das Ziel. Und noch mehr: Der Wettstreit soll die Faszination für die Produktion wecken und die Fabriken ein Stück weiter zusammenrücken lassen.

1Golf GTI: Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 8,2 - 7,8 / außerorts 5,5 - 5,3 / kombiniert 6,4 - 6,3; CO2-Emission kombiniert in g/kg: 148 - 145; Effizienzklasse: D.

DER PRODUKTIONS-
OSCAR

Über diesen Pokal kann sich am Ende des Wettbewerbs eines der fahrzeugbauenden Werke freuen.

Die Schaltzentrale: Ein 42-köpfiges Team steuert die Fahrzeugproduktion im Werk aus dem digitalen Fahrzeugleitstand an der Mittelstraße. Pro Tag werden 3.800 Fahrzeuge in Wolfsburg produziert.

Der Leitstand: Das Gehirn der Produktion

So steuern die Mitarbeiter im digitalen Fahrzeugleitstand an der Mittelstraße die Wolfsburger Montagelinien.

Das Gehirn des Wolfsburger Werks arbeitet an 
der Mittelstraße im Eingang 54: Auf rund 200 Quadratmetern steuert ein 42-köpfiges Team um Hilmar Schimenas am voll digitalisierten Leitstand im Drei-Schicht-Betrieb die Fahrzeugproduktion. Es sieht fast so aus, als würden die Mitarbeiter an den mehr als 50 blinkenden Bildschirmen Flugzeuge über dem Großraum Wolfsburg steuern. Im Sekundentakt kommen neue Informationen aus dem Herzen der Fabrik. „Wir sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft“, sagt Schimenas.

Der operative Fahrzeugleitstand ist Teil der Fahrzeugsteuerung und Programmplanung. Im Leitstand wird der Kundenauftragsprozess innerhalb der Fabrik gesteuert: von der Planung und Entgegennahme der Aufträge, Übersetzung der Fahrzeugbestellung, Bereitstellung der Fahrzeugdaten an die Prozesspartner bis zur termingerechten Fertigstellung in der Fertigung. „Wir geben den Herzschlag der Fabrik vor und stellen den effizienten Produktionsprozess sicher“, sagt André Renner, Leiter Fertigungssteuerung und Programmplanung.

Infos in Echtzeit: Die Mitarbeiter im Leitstand überwachen alle wichtigen Daten.

Über die Bildschirme können Schimenas und sein Team nicht nur live einen Blick auf die Förderstrecken der Karossen werfen. „Mit unserem System steuern wir auch die Lagerbestände. Treten Probleme auf, bekommen wir das gemeldet und können nachsteuern“, sagt Schimenas. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass der sogenannte Modellmix geändert wird. „Dann passen wir das Produktionsprogramm an, um kurzfristig eine andere Variante bauen zu können. Alles im Zusammenspiel mit der Personal-, Material- und Anlagenverfügbarkeit“, erklärt Schimenas. Das Ziel: Die Produktion muss effizient und reibungslos funktionieren. Damit Module wie Sitze, Stoßfänger, Türverkleidungen oder Mittelkonsolen passend zum Auftrag und Ausstattung zeitlich exakt zum Einbau zur Verfügung stehen, bekommen die Zulieferer rechtzeitig über den Fahrzeugleitstand die Information, dass sie für Nachschub in der vorgegebenen Reihenfolge sorgen müssen.

Neben den beiden Großbildschirmen, die sich im Raum gegenüberliegend befinden und auf die sich die Augen aller Fahrzeugsteuerer richten, leuchtet es immer wieder rot auf. „Das optische Warnsignal ist eines der Ergebnisse einer noch verbesserten Digitalisierung des Leitstands, die Ende 2017 mit einem umfangreichen Umbau umgesetzt wurde“, sagt Schimenas. Hinter dem simplen Rotlicht steckt eine ausgefeilte Digitaltechnik, die im Hintergrund überwacht, Konflikte analysiert und in Echtzeit meldet. „Vor der Digitalisierung des Fahrzeugleitstandes kamen die Informationen teilweise verzögert bei uns an. Der größte Vorteil der Digitalisierung ist, dass wir nun auf alle Informationen sofort reagieren können.“ Das gemeldete Problem allein lösen kann die Software nicht. Dazu bedarf es weiterhin eines aufmerksamen Leitstand-Mitarbeiters. Und dabei gilt es ein ums andere Mal zu improvisieren, den Überblick zu behalten, um die Produktion effizient aufrechtzuerhalten.
Um die geforderten Stückzahlen und die geforderte Qualität zu erreichen, muss die Sequenz, der Takt und Fluss in der Fabrik stimmen. „Dabei haben wir natürlich auch im Blick, dass die Kollegen in der Fertigung die Taktzeiten auch einhalten können“, sagt Schimenas. Autos mit arbeitsintensiven Eigenschaften müssen daher sinnvoll in die Montage integriert werden. Täglich werden am Standort Wolfsburg rund 3.800 Autos produziert.

»Wir sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.«

Steuert die Schaltzentrale: Hilmar Schimenas