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Innovationen

Reiseübelkeit ade

Konzernforschung: Erste Tests im Kampf gegen Unwohlsein beim Autofahren bringen gute Ergebnisse.

Nicht nur auf hoher See, auch in Autos macht sie manch einem zu schaffen: die Reiseübelkeit. Adrian Brietzke und Rebecca Pham Xuan aus der Konzernforschung in Wolfsburg untersuchen die Ursachen. Jetzt liefen Tests mit Probanden auf dem Prüfgelände in Ehra-Lessien. Erste Ideen gegen das Unwohlsein sind auf dem Weg. Fast einem Drittel der Mit- und Beifahrer in Autos wird regelmäßig übel. Das passiert insbesondere dann, wenn man im Auto liest oder Filme schaut.

„Einfach ausgedrückt bringen die im Auto wirkenden Kräfte unsere Wahrnehmung durcheinander“, erklärt Brietzke. Fahrer erwischt es dagegen selten. Sitzt man selber am Lenkrad, kann man die Bewegung des Autos bewusst steuern und sich auf das Fahrverhalten einstellen. „Das ist ein Privileg des Fahrers“, ergänzt Brietzke. Wenn aber in Zukunft automatisiertes Fahren Wirklichkeit wird, dürfte Reiseübelkeit deutlich mehr Passagiere betreffen.

Stefanie Thiemann sitzt auf dem Beifahrersitz eines Audi A8. Rebecca Pham Xuan verkabelt sie mit Sensoren. Sie messen Puls, Hauttemperatur und sogar die Veränderung der Hautfarbe. Dann geht die 20-minütige Testfahrt los: Der A8 folgt mit ACC einem teilautonom fahrenden Passat Variant, der im Stop-and-go in fest definierten Abständen vorausfährt.

Konzernforscherin Rebecca Pham Xuan testet eine Brille, die die Augenbewegungen analysiert, während sie auf dem Tablet vor sich einen Film schaut. Am Steuer: Adrian Brietzke.

Getestet werden die Probanden, während sie im Auto einen belanglosen Film anschauen. Zu sehen sind schwimmende Fische statt großes Kino. Der Film soll keine Reize wie Nervosität oder Freude auslösen. Auf einem Tablet bewerten die Kandidaten ihr Befinden. Thiemanns Urteil: „Ich dachte, ich sei gar nicht so empfindlich, aber mir ist nach ein paar Minuten leicht flau im Bauch geworden.“

In einem zweiten Durchgang testen die beiden Konzernforscher Brietzke und Pham Xuan zusammen mit ihrer Audi-Kollegin Franziska Gohlke Maßnahmen, die die Übelkeit von vornherein verhindern sollen. Dafür verändern sie beispielsweise die Einstellungen am Fahrwerk. „Das soll die Symptome bei der Mitfahrt als Beifahrer wie auch beim automatischen Fahren reduzieren“, sagt Gohlke.

Andere Ideen gegen die Reiseübelkeit, die sie bereits getestet haben: ein in sich beweglicher Sitz, der unangenehme Begleit­erscheinungen mildern soll. Oder ein Lichtbalken an der Türinnenseite, der beim Bremsen oder Beschleunigen gegen Schwindel helfen soll. Mit grünen oder roten Lichtstreifen sollen sie das Fahrverhalten für den Beifahrer berechenbarer machen.

Bei Tests zeigten diese Erfindungen erste Erfolge. Am Ziel ist das Team aber noch nicht. Vor ihnen liegen weitere Studien. Dabei wollen sie nicht nur die Längskräfte beim Bremsen und Beschleunigen untersuchen, sondern auch quer wirkende Kräfte bei Kurvenfahrten. So leisten die Experten einen Beitrag dafür, dass das Auto zur mobilen Wohlfühlzone für alle werden kann.

Probanden 
für Studie gesucht

Die Forscher 
suchen weitere Probanden 
für ihre Studien. Die Kandidaten sollten schon einmal mit 
Reiseübelkeit zu kämpfen gehabt haben. Anmeldung als 
Proband per E-Mail an das Team 
des Probandenpools: Probandenpool@volkswagen.de