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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Strategie

»Die Umsetzung ist die Königsdisziplin«

Christian Eisenlohr (43) leitet das Generalsekretariat und die Unternehmensstrategie der Marke Volkswagen. Im Interview mit inside spricht er über TRANSFORM 2025+.

Herr Eisenlohr, können Sie Schach spielen?
Ja. Leider bin ich aber in letzter Zeit nur selten dazu gekommen.

Was reizt Sie am Schach?
Es gibt beim Schach nicht die eine richtige Lösung. Einerseits geht es darum, die nächsten Züge des Gegenübers zu erahnen. Andererseits gibt es immer wieder Überraschungen. Was zur Folge hat, dass man seine Strategie wieder anpassen muss.

Gilt das auch für TRANSFORM 2025+, die neue Strategie der Marke Volkswagen?
Unsere Strategie zeigt den grundsätzlichen Weg auf, den wir als Marke gehen wollen. Wenn man so will, bildet sie die Leitplanken auf unserem Weg in die Zukunft. Aber natürlich ist eine Strategie als dynamischer Prozess zu verstehen. Wir beobachten weiter, wie sich das auto­mobile Umfeld entwickelt und können die Strategie bei Bedarf jederzeit nachjustieren.

Warum musste Volkswagen überhaupt eine neue Strategie bekommen?
In den kommenden Jahren wird sich die Automobilbranche stärker verändern als jemals zuvor. Seien es e-Mobilität, Vernetzung und autonomes Fahren, um nur ein paar Stichworte zu nennen. Hinzu kommen neue Emissions- und Schadstoffgesetze, das Marktwachstum in vielen Schwellenländern sowie das Auftreten neuer Player außerhalb der Autoindustrie.

Kurzum: Das traditionelle Geschäftsmodell von Volkswagen gerät unter Druck …
Ganz genau. Umso wichtiger ist es, dass wir mit TRANSFORM 2025+ nun einen klaren Fahrplan haben, wie die Marke diese Herausforderungen meistern wird. In den Markeninitia­tiven ist alles abgebildet, was wir aus heutiger Sicht benötigen, um Volkswagen erfolgreich ins Jahr 2025 und darüber hinaus zu bringen.

Generalsekretär Christian Eisenlohr sagt: „Die Umsetzung der Strategie ist die eigentliche Herausforderung.“

»In den Markeninitia­tiven ist alles abgebildet, was wir aus heutiger Sicht benötigen, um Volkswagen erfolgreich ins Jahr 2025 und darüber hinaus zu bringen.«

Bis dahin kann in unserer schnelllebigen Zeit viel passieren. Sind Sie und Ihre Kollegen aus der Strategieabteilung Hellseher?
(lacht) Nein, das sind wir sicherlich nicht. Unsere Strategie beruht auf einer gründlichen Analyse. Wir haben geschaut, was mögliche Trends sein könnten. Auf dieser Basis haben wir die Strategie dann in drei Phasen unterteilt.

Die da wären?
In der ersten und entscheidenden Phase wollen wir die Marke bis 2020 zum weltweit führenden Volumenhersteller umbauen. Dabei müssen wir unbedingt profitabler werden, also unsere Rendite verbessern. Bestimmt wird unser Geschäft in dieser Phase weiter von konventionellen Antrieben, sprich Verbrennungsmotoren.

Das wird sich irgendwann aber ändern.
Genau. Bis 2025 wollen wir dann die Marktführerschaft in der Elektromobilität übernehmen, bis 2030 Weltmarktführer in der Automobilität sein. Für jede dieser drei Phasen hat der Markenvorstand Meilensteine definiert, die erreicht werden müssen. Uns ist durchaus bewusst, dass es auf dem Weg dahin Dinge geben wird, die sich nicht vorhersehen lassen. Nehmen Sie beispielsweise die Vorstellung des ers­ten iPhones im Januar 2007. Damals konnte niemand ahnen, dass dieses Smartphone unsere Kommunikation derart verändern würde.

Sie haben den Markenvorstand angesprochen. Wer war darüber hinaus an der Entwicklung der Strategie beteiligt?
Die Inhalte wurden von 19 fachübergreifenden Teams, bestehend aus mehr als 100 Mitarbeitern, erarbeitet. Hinzu kommen die Kollegen der Unternehmensstrategie, die die Koordination zwischen den Verantwortlichen für die Markeninitiativen und den Fachbereichen übernommen haben.

Ende November wurde die neue Strategie vorgestellt. Wann erfahren denn die Mitarbeiter, was konkret TRANSFORM 2025+ für sie und ihre tägliche Arbeit bedeutet?
Ab Januar wird es für alle Mitarbeiter Informationsveranstaltungen geben. Außerdem werden sich alle Führungskräfte mit ihren Teams zusammensetzen und ableiten, wie die Strategie im jeweiligen Bereich umgesetzt wird.

Herr Eisenlohr, beenden Sie bitte folgenden Satz: Eine Strategie ist erst dann gut, wenn …
… sie Schritt für Schritt erfolgreich umgesetzt wird. Das ist die Königsdisziplin. Die Umsetzung gelingt nur, wenn alle Mitarbeiter von der Notwendigkeit des Wandels überzeugt sind, sich mit der Strategie identifizieren und gemeinsam an einem Strang ziehen.