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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Strategie

Der aufgepeppte PEP

Die Produktion nimmt in Zusammenarbeit mit der Entwicklung und dem Design früher und stärker Einfluss auf das Design und die Konstruktion neuer Modelle. Das spart Zeit und Geld.

Beispiel Heckleuchte: Wie soll sie aussehen? Der Produktionsplaner geht mit der im Fachbereich abgestimmten Vorstellung auf den Entwickler und den Designer zu. Gemeinsam erarbeiten sie schon in einer frühen Phase des Projekts eine Lösung. Das spart Zeit und Geld.

Die Produktion führt aus, was Entwicklung und Design konstruiert haben – das war einmal! Heute ist sie früher und intensiver denn je am ­Entstehen eines Fahrzeugs beteiligt. Sie achtet vor allem darauf, dass die Entwickler und die Designer die neuen Modelle so konstruieren, dass diese an der Linie einfach und effizient gebaut werden können. Festgehalten ist dieser Aspekt im Handlungsfeld „Designed for Manufacturing“ der Fachbereichsstrategie TRANSFORM.­FACTORY+.

Der stärkere Einfluss der Fertigungsexperten auf die Architektur des Produkts wird zum Beispiel deutlich im PEP für den nächsten Golf. PEP steht für Produktentstehungsprozess. Für die Gestaltung des Hecks etwa hat die Produktion acht An­forderungen formuliert, um kostenintensive Nacharbeit und Einstellaufwände zu verhindern. „Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Entwicklung, dem Design und der Produktion konnten sieben davon umgesetzt werden“, sagt Henning Jacob, Leiter Produktbeeinflussung & Konzeptgleichheit in der Pilothalle in Wolfsburg.

» Allein aus der Produktgestaltung heraus kann die Zeit für die Fertigung eines Golf der nächsten Generation um mehr als eine Stunde reduziert werden. «

Am Heck des Golf 8 etwa entfällt eine Linie, die es in der aktuellen Generation noch gibt. Diese Linie mache es besonders schwer, den Spoiler an der Heckklappe ­exakt auszurichten, erklärt Jacob. Hier könne viel Zeit und Nacharbeit gespart werden. Außerdem sei es nicht mehr in dem Maße wie vorher erforderlich, dass Mitarbeiter der Produktion an schwer erreichbaren Stellen der Heckklappe eine Karosseriedichtmasse mit der Hand verstreichen. Henning Jacob: „Diese Arbeit ist zeitintensiv und teuer, und sie ist auch nicht ergonomisch.“

Warum wurde an diesen Punkten angesetzt? Unter dem Motto „Lessons learned“ haben Mitarbeiter der zentralen Pilothalle in Wolfsburg zusammengetragen, was die Golf Mannschaften in den Werken Wolfsburg und Zwickau (Deutschland), Puebla (Mexiko), Curitiba (Brasilien) und Foshan (China) in der seit 2012 laufenden Produktion des Golf 7 an Erfahrungen gesammelt haben. Das Ergebnis: Allein aus der Produktgestaltung heraus kann die Zeit für die Fertigung eines Golf der nächsten Generation um mehr als eine Stunde reduziert werden.

Designed for Manufacturing

Fahrzeuge der nächsten ­Generationen werden zum ­Beispiel autonom fahren und deshalb anders gestaltet sein. Folge: Sie werden auch anders gebaut. Deshalb ist eine ­Umstellung der Fertigungs­technologie in den Fabriken ­erforderlich. Gleichzeitig kann der Einsatz einer neuen, inno­vativen Fertigungstechnologie (zum Beispiel 3-D-Druck) ­Auswirkungen auf die ­Produktgestaltung haben.

Diese Wechselwirkungen auf das Design künftiger Autos ­berücksichtigt die Produktion und Logistik und vernetzt die beiden Handlungsfelder ­„Designed for Manufacturing“ und „Fabriken der ­Zukunft“ aus der Fach­bereichs­strategie TRANSFORM.FACTORY+.