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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Strategie

» Der erste Schritt ist gemacht, aber... «

Die strategische Neuausrichtung der Marke Volkswagen greift. Diese positive Zwischenbilanz zieht Vorstandschef Herbert Diess nach einem Jahr TRANSFORM 2025+ und Zukunftspakt. Der 59-Jährige sagt aber auch: „Vor uns liegen noch enorme Herausforderungen. Im Prinzip haben wir die ersten fünf Kilometer eines Marathonlaufs absolviert.“ inside blickt auf die fünf wichtigsten Handlungsfelder.

Finanzvorstand Arno Antlitz, Markenchef Herbert Diess und Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann (von links) beim Jahrespresse­gespräch in Wolfsburg.

Wettbewerbsfähigkeit

Trotz der weltweiten Modelloffensive und der damit verbundenen Ausweitung des Produktprogramms hat Volkswagen die Fixkosten stabil gehalten. Einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit leistet der vor einem Jahr geschlossene Zukunftspakt. Da­rin wurden Einsparungen und Effizienzsteigerungen in allen Bereichen und Standorten mit einem ab 2020 jährlichen positiven Ergebniseffekt von 3,7 Milliarden Euro vereinbart. Seit Start des Zukunftspakts vor einem Jahr wurden 1,9 Milliarden Euro erreicht. Weitere konkrete Maßnahmen befinden sich in der Umsetzung. Auch beim sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen kommt Volkswagen voran. In 2017 wurde bisher ein Abbau von 3.800 Arbeitsplätzen realisiert. Das im Rahmen des Zukunftspakts angepeilte Ziel von insgesamt 9.200 unterschriebenen Altersteilzeitverträgen, die schrittweise bis 2020 wirksam werden, wird voraussichtlich Ende dieses Jahres vollständig erreicht. Auch die für das Jahr 2017 an den deutschen Standorten angestrebte Verbesserung der Produktivität von 7,5 Prozent wurde in weiten Teilen erreicht. „Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen, um das Renditeniveau auszubauen und nachhaltig abzusichern – auch dann, wenn in den kommenden Jahren die Belastungen für das Erreichen strengerer CO2-Ziele und unsere Ausgaben für Zukunftsinvestitionen deutlich zunehmen werden“, sagt Finanzvorstand Arno Antlitz.

Markenpositionierung

Mit der Modelloffensive verfolgt die Marke das Ziel, bis 2020 in allen wichtigen Weltregionen die attraktivste Volumenmarke zu sein. Um dies zu erreichen, hat Volkswagen die zentralen Regionen im Zuge der Regionalisierungsstrategie organisatorisch gestärkt und ihnen mehr Verantwortung übergeben – auch für das Produktportfolio. Die neuen Modelle sind somit noch passgenauer auf die Wünsche der Kunden vor Ort zugeschnitten. „Volkswagen ist auf allen seinen Kernmärkten wieder in der Offen­sive. Mit attraktiven Modellen haben wir die Trendwende geschafft“, sagt Vertriebs­vorstand Jürgen Stackmann. „Dabei haben wir gerade erst mit unserer Modelloffensive ­begonnen. Unsere Produktpipeline für die kommenden Jahre ist prall gefüllt.“

Turnaround in den Regionen

Auf dem wichtigen US-Markt verfolgt Volkswagen das Ziel, sich zu einer relevanten Volumenmarke zu entwickeln. Dazu sind allein in Nordamerika bis 2020 vier neue SUVs geplant. In Südamerika hat Volkswagen seine Modellpalette deutlich verjüngt und strebt an, unter anderem mit dem kürzlich vorgestellten Kompaktmodell Virtus die Marktführerschaft zurückzuerobern. In China will die Marke ihre Marktführerschaft absichern, u.a. mit mehr als zehn neuen SUVs bis 2020 – und zudem eine Spit­zen­position im globalen Leitmarkt für e-Mobilität einnehmen. Dafür bringt Volkswagen in China bis 2020 mehr als zehn neue elektrisch betriebene Modelle auf den Markt. Erste Erfolge der Neuausrichtung in den Regionen schlagen sich bereits in den ­Absatzzahlen nieder: So stiegen von Januar bis November die Auslieferungen an Kunden in China um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in den USA um 8,3 Prozent und in Brasilien sogar um 22,1 Prozent. In Russland erreichte die Marke mit einem Zuwachs der Auslieferungen von 18,7 Prozent die Gewinnzone deutlich früher als geplant.

Neue Kompetenzen

Um sich zukunftsfest aufzustellen, baut Volkswagen neue Fähigkeiten auf – insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und e-Mobilität. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 9.000 neue Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen. Zudem sind umfangreiche Qualifizierungsprogramme angelaufen, um die Belegschaft auf die anstehenden Herausforderungen vorzu­bereiten. Auch den für ein durchgehend digitales Kundenerlebnis notwendigen direkten Kontakt zum Kunden baut Volkswagen aus. Mit dem „Future ­Sales Model“ definiert Volkswagen die Zusammenarbeit mit seinen weltweiten Handelspartnern neu und schafft damit die organisatorischen Grund­lagen für Mobilitätsdienstleistungen von morgen.

Modelloffensive

Volkswagen hat in diesem Jahr zehn neue Modelle auf den Markt gebracht, darunter fünf echte Neuheiten ohne Vorgänger. Schwerpunkt der Modelloffensive ist das SUV-Segment, unter anderem mit den neuen ­Modellen Tiguan Allspace, Atlas und T-Roc. Die neuen Modelle kommen bei den Kunden gut an. „In der Summe werden wir in diesem Jahr deutlich über sechs Millionen Fahrzeuge verkaufen und aller Voraussicht nach einen neuen Absatzrekord aufstellen“, sagt Herbert Diess. Bis 2020 will Volkswagen sein SUV-Angebot weltweit auf 20 Modelle ausweiten. Etwa 40 Prozent der verkauften Volkswagen sollen dann SUVs sein.