inside
Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Standorte

Die Geheimnishüter

Kein Prototyp geht auf Erprobungsfahrt, bevor er nicht in der Tarnwerkstatt im Werk Wolfsburg Station gemacht hat. Dort werden die Erlkönige wahlweise verhüllt oder beklebt.

Mit einem sogenannten Rakel zieht Christian Lehner die Tarnfolie auf der Motorhaube des T-Roc glatt.

Wenn Volkswagen am 23. August den T-Roc der Weltöffentlichkeit präsentiert, hat die Geheimniskrämerei endlich ein Ende – und Christian Lehner seinen Job mal wieder erledigt. Gemeinsam mit den Kollegen der Konzernsicherheit war der Prototypen-Tarner in den vergangenen Monaten dafür verantwortlich, das neue SUV der Marke Volkswagen vor neugierigen Blicken zu schützen. „Schließlich wollen wir den Spannungsbogen bis zur Weltpremiere halten“, erklärt Lehner. Der Wow-Effekt bei Journalisten und Kunden sei dann umso größer, je weniger Details des Autos vorher bekannt sind.

Lehner dagegen weiß schon seit Monaten, wie der neue T-Roc aussieht. „Sobald der erste Prototyp entsteht, fangen wir an, uns mit dem Schutz zu befassen“, erklärt der 50-Jährige. In der ganz frühen Phase der Erprobung decken zunächst Kunststoffteile das Design und die Technik ab – sowohl innen wie außen. Später kommen dann maßgeschneiderte Tarnschürzen zum Einsatz, die dem Auto quasi übergestülpt werden. In der Endphase der Erprobung werden die Erlkönige dann mit einer schwarz-weiß gemusterten Folie beklebt. „Diese verwirrt das Auge und verschleiert die Konturen des Fahrzeugs“, sagt Tarn-Experte Lehner. Die speziell für Volkswagen produzierte Folie ist derart hitzebeständig, dass sie selbst bei Erprobungsfahrten in der Wüste der Sonne trotzt.

Das Bekleben der Autos ist noch echte Handarbeit und nimmt einen ganzen Tag in Anspruch. Eine gute Tarnung ist das eine, das Einhalten von Regeln im Umgang mit Prototypen das andere, betont Steffen Springer, der in der Konzernsicherheit das Thema T-Roc betreut. So dürften getarnte Autos etwa nicht mal eben auf dem Supermarktparkplatz abgestellt werden. „Da bringt dann auch die beste Tarnung nichts.“

Was ihnen persönlich
am T-Roc besonders gefalle, lassen sich Lehner und Springer (noch) nicht entlocken. Vor der Welt­premiere wollen sie nichts verraten, was zu Rückschlüssen auf das SUV führen könnte. Nur so viel: „Ein tolles Auto. Es hat sich gelohnt, es so akribisch zu schützen.“