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Die Leidenschaft für Zahlen

Peter Wendschuh hat in 40 Jahren erlebt, wie interessant die Entgeltberechnung ist.

Peter Wendschuh mit einem mehr als 40 Jahre alten Gehaltsstreifen.

Viele sehnen das Monatsende herbei – Zahltag. Pünktlich sollen Löhne und Gehälter fließen. Monat für Monat, bis auf den Cent genau. Am Standort Wolfsburg müssen heute für gut 120.000 Mitarbeiter die Monatsabrechnungen erstellt werden. Tag für Tag die Aufgabe von etwa 30 Buchhaltern. Deren Job gilt als überaus trockene und langweilige Materie, beherrscht von Zahlen, Stammnummern und komplizierten Vorschriften aus dem Steuer- oder Tarifrecht. Einer sieht das ganz anders: „Ent­gelt­be­rechnungen sind keine dröge Angelegenheit“, sagt Peter Wendschuh. Ganz im Gegenteil: „Das ist etwas, was mir mehr als vier Jahrzehnte Spaß gemacht hat“, erklärt der 58-Jährige. Im Sommer verlässt er das Werk und geht in die Altersteilzeit.

Das erste Foto im Mitarbeiterausweis (1976).

Wendschuh kommt zu Volkswagen, als zwei Modelle ihre Premiere feiern: 1976 kommt der sportliche Golf GTI auf den Markt, bald darauf sein sparsamer Bruder, der Golf Diesel. Wendschuh ist 17 Jahre alt und beginnt jetzt seine Ausbildung. Zwei Jahre dauert es bis zum Industriekaufmann. In den letzten beiden Monaten seiner Lehre kommt er in die Gehaltsbuchhaltung. Eine Vorliebe für Zahlen bringt er mit: „Schon in der Schule war ich besser im Rechnen als im Schreiben.“ In der Lehre kommt er schließlich auf den Geschmack. Nach dem Wehrdienst steht für ihn fest – wieder in die Gehaltsbuchhaltung.

» Schon in der Schule war ich besser im Rechnen als im Schreiben. «

 Peter Wendschuh

25 Mitarbeiter arbeiten damals in der Gehaltsbuchhaltung. Schalterbetrieb gibt es auch noch. Das Team wechselt sich ab. Wie auch am Telefon oder Rechner, den sich drei Mitarbeiter teilen. Jeder sitzt einmal in der Woche am Schalter, wenn Mitarbeiter klingeln, Fragen zu ihren Abrechnungen haben, ihre Lohnsteuerkarte holen oder eine Verdienstbescheinigung brauchen. „Viele Mitarbeiter kamen an unseren Schalter, und ich habe die Kontakte sehr genossen“, blickt Wendschuh zurück. Reger Betrieb und Abwechslung dort, wo man es kaum erwartet.

 

Wandel bestimmt auch die Arbeit in der Gehaltsbuchhaltung. Ob vom Taschenrechner zum vernetzten PC in den späten 1980er-Jahren, der Wechsel zur SAP-Abrechnungssoftware zur Jahrtausendwende oder der Tarifvertrag über die 4-Tage-Woche. Eine Entgeltberechnung muss sich diesen neuen Bedingungen anpassen und verändert sich immer wieder: „Keine Abrechnung ist wie die andere. Es war eine ständige Veränderung, und das war einfach interessant.“

„Ich war immer zufrieden mit dem, was ich in der Entgeltberechnung hatte.“ Wendschuh verzichtet auf ein Studium. Weiterbildung ist für ihn der Alltag. Fast täglich muss er sich da in Neues einfuchsen. Wenn sich Tarifverträge ändern oder im Steuerrecht etwas tut. Entgeltberechnungen beherrscht er aus dem Effeff: „Dabei hilft mir mein gut gepflegtes Archiv, das ich mir über die Jahre aufgebaut habe. Und Stammnummern merke ich mir ohnehin besser als Namen.“

Am Arbeitsplatz – dröge war für Peter Wendschuh die Entgeltberechnung in mehr als 40 Jahren nicht.

Das Klima in seiner Abteilung war in der Regel so, dass er gern zur Arbeit gegangen ist. Der Frühaufsteher ist gegen 6.30 morgens meist der Erste. Im Büro entstehen auch bei privaten Aktionen einige Freundschaften, die Wendschuh im Ruhestand weiter pflegen will. Er will sich um Haus und Garten kümmern, in Deutschland, nach Österreich und Skandinavien mit Partnerin und Hund verreisen und auf Radtouren kräftig in die Pedale treten. Die Zahlen werden ihm dann kaum fehlen: „Ohne die Zahlen komme ich gut aus“, sagt er. Und fügt hinzu, dass auch er eins nur sehr ungern macht – seine Steuerklärung.