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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Unternehmen

» Die Partnerschaften müssen und werden sich rechnen «

Die Marke Volkswagen engagiert sich ab Januar nächsten Jahres im großen Stil beim europäischen Fußballverband (UEFA) und ab Januar 2019 beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Was das bringt und woher das Geld kommt, erklärt Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann.

Jürgen Stackmann in der ­Volkswagen Arena in Wolfsburg. Der Vertriebsvorstand ist ein großer Fußballfan.

Herr Stackmann, was habe ich als Mitarbeiter vom Fußball-Engagement unserer Marke?
Selbstverständlich sind viele von uns in der Marke mehr oder weniger große Fußballfans, aber das hat eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung für unsere Engagements gespielt. Wichtig ist vor allem: Die Partnerschaften müssen und werden sich für unsere Marke rechnen – durch Image-Verbesserung, den Start der I.D. ­Familie, aber auch durch Extra-Verkäufe.

Dennoch ist uns bewusst, dass viele Mit­arbeiter mit ihren Nationalmannschaften und Vereinen mitfiebern. Deshalb haben wir von Anfang an Aktionen für sie ge­plant. Unsere Mitarbeiter sollen ein lebendiger Teil unserer neuen Fußball-Partnerschaften sein und diese leben können. Dasselbe gilt für unsere rund 3.000 Händler in Europa.

» Wir wollen der I.D. Produkt­familie einen super Start geben. «

Das heißt, Fußball ist hauptsächlich eine image- und verkaufsfördernde Maßnahme?
Fußball ist nicht irgendein Sponsoring, sondern eine höchst emotionale Angelegenheit. Fußball verbindet Menschen. Wir wollen die Partnerschaften mit dem DFB und der UEFA in der Tat als Werbe- und Kommunikationsplattformen nutzen, um unser Image zu stärken, der neuen elektrischen I.D. Produktfamilie einen super Start zu geben und natürlich, um unsere Autos zu verkaufen – Autos, die Mitarbeiter in Werken auf der ganzen Welt produzieren.

Welche Modelle genau will die Marke mit­hilfe des Fußballs pushen?
Der Fußball soll uns dabei unterstützen, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Da passt es, dass die Europameisterschaft 2020 mit dem Verkaufsstart des I.D. zusammenfällt. Dann können wir mindestens einen ganzen Kontinent vom ersten Modell unserer innovativen I.D. Familie begeistern. Aber das ist nur ein Thema: Wir werden den Fußball nutzen, alle Modelle auch mit Benzin- oder Dieselmotor, kommende Sondermodelle und unsere Mobilitätsdienstleistungen zu bewerben.

Jürgen Stackmann

Der 56-Jährige ist seit zwei ­Jahren Vorstand für Vertrieb und Marketing der Marke ­Volkswagen. Zuvor war er unter anderem in derselben Position bei Škoda tätig und Vorstandsvorsitzender von Seat.

Warum passen Fußball und Volkswagen überhaupt zusammen?
Volkssport und Volkswagen – diese Verbindung liegt auf der Hand. Nicht nur, weil Fußball die Sportart Nummer eins ist in den meisten unserer Märkte, sondern auch, weil Fußball so klassenlos ist wie unsere Autos. Bei uns findet jeder das passende Modell. Das steckt auch hinter unserem Motto „Volkswagen. Partner des Fußballs“. Den DFB zum Beispiel haben wir nicht ­allein durch ein attraktives Angebot überzeugt, es gab da starke Mitbewerber. Wir aber konnten glaubhaft versichern, dass wir nicht nur Partner der Nationalmannschaft sein wollen, sondern jedes Fuß­ballers und jedes Vereins in Deutschland. Das ist ein großes Wort und erfordert ungeheure Anstrengungen. Aber das ist unser Anspruch. Und lassen Sie mich in diesem Zusammenhang bitte auch klarstellen: Ein großer Teil des Geldes, das wir für die beiden Fußball-Partnerschaften aufwenden, kommt aus bestehenden Töpfen. Wir haben die Ausgaben für Kommunikation und Werbung einfach anders verteilt.

Was haben unserer Marke die bisherigen Fußball-Engagements gebracht, etwa als Partner des DFB-Pokals oder der Verbände Frankreichs und der Schweiz?
Dazu muss ich ein wenig ausholen: Die Welt ist digitaler geworden, die Mediennutzung hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Mit klassischer Werbung erreichen wir nicht mehr alle ­bestehenden und neuen Kunden. Kommunikation durch Fußball-Sponsoring war für Volkswagen jedoch immer ein erfolgreicher Weg. Wo wir ein glaubhafter Partner des Fußballs waren, haben wir an ­Reputation gewonnen und auch deutlich mehr Autos verkauft. Das ließ sich messen. Und wir haben besonders bei den Engagements mit den Nationalteams und im DFB-Pokal gezeigt, dass wir kreativ sind.

Was macht es so besonders, die EM 2020 als Mobilitätspartner begleiten zu können?
Wir haben in Europa im Jahr 2016 rund 1,7 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, das ist knapp ein Drittel unseres Absatzes. Da kommt uns die Europameisterschaft 2020 gerade recht. Schließlich findet sie anlässlich des 60-jährigen Bestehens dieses Wettbewerbs zum ersten Mal in 13 Ländern statt. Von Russland bis Spanien, von Dänemark bis Italien wird gespielt – alles Volkswagen Märkte. Nicht zu vergessen unser Heimatmarkt Deutschland. Wir wollen mit unserer Mobilität helfen, die Menschen zu verbinden. Allein unsere Fahrzeugflotte in 13 Länder zu bringen, ist logistisch eine riesige Aufgabe. Noch nie sind wir zudem ein länderübergreifendes Fußball-Sponsoring eingegangen und konnten somit unsere Marketing-Energie bündeln. Das ist ein riesiges Projekt, das – wie das gesamte Turnier – weltweit Aufmerksamkeit erfahren wird. Ich freue mich schon darauf.

Welchen Bezug haben Sie zum Fußball?
Ich komme aus der Nähe von Hamburg und bin mit den HSV-Legenden Kaltz, Keegan, Magath und Hrubesch groß geworden. Samstags habe ich mit meinen bes­ten Freunden immer die Szenen aus der Radio-Livereportage auf NDR 2 in Nachbars Garten nachgespielt. Damals war HSV gegen Bayern München ein echter Knaller. Deshalb bin ich immer noch ein wenig mit dem HSV verbunden, inzwischen aber auch durch viele Stadionbesuche mit dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg.

» Ein großer Teil kommt aus bestehenden Töpfen. «