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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Innovationen

Auf Abstand halten

Serie – unsere Assistenten:

Automatische Distanzregelung: mehr Komfort und Sicherheit durch den intelligenten Tempomat.

Nach dem Fledermaus-Prinzip erfasst das ACC-Auge, was vor dem Auto passiert.

KAPITEL 5 – Adaptive Cruise Control

Stau auf der Autobahn, stockender Verkehr im Ort: beste Bedingungen für das „Adaptive Cruise Control“ (ACC). Es ähnelt einem Tempomat, kann aber viel mehr. ACC hält nicht nur die vom Fahrer gewünschte Geschwindigkeit, sondern überwacht auch die Distanz zum Vordermann und passt das Tempo automatisch an.
 
Das System setzt auf Radarwellen. Wie ein Auge beobachtet ein Radarsensor im Kühlergrill das Verkehrsgeschehen bis zu 150 Meter im Voraus. „ACC arbeitet nach dem Fledermaus-Prinzip“, sagt der Entwickler Bernd Dornieden. Auch die Tiere senden Wellen aus und orientieren sich mit dem Echo, das entsteht, wenn die Wellen auf ein Hindernis treffen und zurück­geworfen werden.

Was das ACC-Auge misst, zeigt es im Tacho an. Ein weißer Balken symbolisiert die Zeit, die das eigene Fahrzeug braucht, um den Punkt zu erreichen, in dem sich das vorausfahrende Auto zum Messzeitpunkt befindet. In der Normalstellung hält sich ACC an die alte Fahrschulregel: halber Tacho-Abstand nach vorn. Wer einen anderen Abstand will, kann aus fünf Einstellungen wählen. Das System hilft auch beim Überholen: Setzt der Fahrer den Blinker, erkennt ACC das geplante Manöver, beschleunigt und hilft beim Spurwechsel. Mit einem Tritt auf Gaspedal oder Bremse kann der Fahrer das ACC jederzeit ausschalten.
 
In Zukunft wird ACC noch intelligenter. Dann kann es zusätzlich Verkehrszeichen verar­beiten. Zusammen mit den Daten aus dem Navigationsgerät entstehen völlig neue Möglichkeiten. „Wenn man auf einen Ort zufährt, bekommt der Fahrer einen Hinweis und das ACC bremst dann automatisch auf 50 km/h“, sagt der 32-jährige ACC-Entwickler Dornieden.

DER EXPERTE

Bernd Dornieden (32) kam 2009 zu Volks­wagen und hat seine Doktorarbeit über „Automatisches Fahren“ in der Konzernforschung in Wolfsburg geschrieben. Seit gut einem Jahr ist er in der Fahrwerk­entwicklung verantwortlich für die automatische Distanzregelung.