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Innovationen

Der Helfer danach

Die Multikollisionsbremse bremst, wenn es gekracht hat, und soll vor Folgeunfällen schützen.

Ein Viertel aller Unfälle endet nicht mit dem Erstaufprall. Deshalb ist die Multikollisionsbremse ein sinnvoller Assistent.

Ein Unfall kommt selten allein. Nach einer ersten Kollision gerät das Auto oft in den Gegenverkehr und stößt dann mit anderen Fahrzeugen zusammen. In einer solchen Gefahrensituation kommt die Multikollisionsbremse zum Einsatz: Sie leitet automatisch die Bremsung ein, die den geschockten Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer vor weiteren Schäden bewahren kann.

Der elektronische Helfer bremst das Auto bis zum Stillstand. Dafür vernetzt er die Systeme, die bereits im Auto verbaut sind. Die Airbag-Sensorik bemerkt den ersten Unfall und gibt vor einer zweiten Kollision eine Bremsaufforderung an das Bremsensteuergerät. Das leitet daraufhin eine Vollbremsung mithilfe der elektronischen Stabilitätskontrolle ESC ein.

Ein Viertel aller Unfälle enden nicht mit dem Erstaufprall, erklärt der Entwickler Matthias Lau. Die Multikollisionsbremse verringert durch die automatische Vollbremsung die Energie, die nach einem ersten Unfall noch im Fahrzeug verbleibt. So bewegt sich das Auto nicht weiter in Richtung anderer Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse. Lau ergänzt: „Gleichzeitig schaltet sich der Proaktive Insassenschutz ein: Notbrems- und Warnblinken und die Gurtstraffung werden aktiviert, und alle Scheiben schließen sich automatisch.“

Ganz wichtig: Die Multikollisionsbremse lässt sich jederzeit durch den Fahrer überstimmen. Betätigt er selbstständig das Gaspedal, während das Fahrzeug bremst, wird die Funktion ausgeschaltet – und schon hat der Fahrer wieder die volle Kontrolle über sein Fahrzeug.

DER EXPERTE


Matthias Lau (50) kam 1985 zu Volkswagen. Seit 1994 arbeitet der Elektrotechniker in der Technischen Entwicklung und ist in der Fahrzeugsicherheit für die Multikollisionsbremse zuständig.