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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Modelle und Technik

Elektrisch und sorgenfrei

Der neue e-Golf nimmt einem die Sorge um die Reichweite – eine Fahrt vom Werk zur Kraftquelle.

An der e-Tankstelle in Wolfsburg lädt der e-Golf aus regenerativer Energie.

Alle reden bei Elektroautos von der Reichweite – wir nach dieser Testfahrt nicht mehr. Unser e-Golf hat an diesem sonnigen Frühlingstag – das Thermometer zeigt über 10 Grad – die Batterie fast voll. Das genügt für 265 Kilometer, ein sattes Energiepolster, das auch im Alltag für viele Fahrten locker reicht. Bei einem Verbrenner fahren wir ja auch beruhigt los, wenn der Tank nicht ganz voll ist. Also eine Sorge weniger und der Kopf ist frei, um die Neuauflage des Golf mit dem rein elektrischen Antrieb zu testen.

Erste Station ist ein Generationentreffen im Werk. Ein Urahn des e-Golf wartet auf der Südstraße unweit des Kraftwerks. Der Citystromer entstammt der zweiten Golf Generation, Baujahr 1992. Er feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Erstaunlich: Der 27 PS starke Citystromer schaffte mit voller Batterie in der Stadt schon damals um die 50 Kilometer. Verdammt lang her. Aber die Tradition des „Ich fahre elektrisch“ – so zu lesen auf der Heckscheibe des Youngtimers – ist ungebrochen. Mit dem taufrischen e-Golf sind wir jetzt aber in ganz anderen Dimensionen unterwegs. Nicht nur bei der Reichweite mit bis zu 300 Kilometern, sondern auch bei Komfort und Fahrspaß.

Auf der Autobahn wie auf der Landstraße gleitet der e-Golf lautlos und leichtgängig dahin. Er überzeugt vor allem durch einen kraftvollen Anzug. Die Antrittsstärke spürt man besonders beim Anfahren oder wenn man auf der Landstraße einmal aufs Gaspedal steigen muss, um einen Traktor zu überholen. Der Elektromotor mit 100 kW/ 136 PS – 21 PS mehr als beim Vorgänger – beschleunigt den weißen Gleiter gewaltig und völlig ruckfrei. Ein tolles Fahrgefühl, das mich an einen Sportwagen erinnert. Auch im wuseligen Verkehr Wolfsburgs fädelt sich der e-Golf beim Spurwechsel geschmeidig ein.

» Das Energie­polster reicht auch im Alltag locker für viele Fahrten. «

Dirk Schlinkert

inside-Redakteur Dirk Schlinkert auf der Testfahrt im e-Golf.

Seine Batterien bekommt der neue e-Golf aus Braunschweig. Das Werk begann 2013 mit der Batteriemontage, als der Kleinwagen e-up! in Serie ging. Heute fertigen hier in einer Halle, die so groß ist wie ein Fußballplatz, mehr als 100 Mitarbeiter auch den Stromspeicher für den e-Golf. „Dessen Lithium-­Ionen-Batterie“, sagt der 41-jährige Montage­leiter Martin Maniura, „besteht aus 264 Zellen.“ Er erklärt an unserem e-Golf, der dicht neben der Fertigungslinie steht, wie die Batterie im Unterboden zwischen den Achsen verbaut wird.

Von dem Standort, wo der e-Golf seine Kraftquelle bekommt, geht es zurück an den Ort, wo er gefertigt wird. Kurz vor Wolfsburg werkeln Bagger auf einer Tagesbau­stelle. Die Fahrbahn verengt sich, Tempo 30 km/h verlangen die Schilder am Straßenrand. Nicht nur da, sondern auch gut sichtbar im Kleinformat zwischen Tacho und Power­meter. Die Verkehrszeichenerkennung macht es möglich, jetzt auch bei Baustellen, die frisch eingerichtet wurden und noch nicht in den Navigationsdaten sind.

Ende einer Testfahrt über 93 Kilometer – immer noch 146 Kilometer Reichweite.

Letzte Station ist die e-Tankstelle hinter dem Markenhochhaus in Wolfsburg. Thomas Mangione kennt sie wie seine Wes­tentasche. Er hat sie von Anfang an betreut. „Hier ist immer viel los“, berichtet der 52-Jährige. „Die Mitarbeiter nehmen dieses Angebot sehr gut an.“ Den Zugang zur frischen Energie eröffnet eine Karte, die man an die Ladedose hält. Ladekabel in die Steckdose stecken, grünes Licht – und der Ladevorgang beginnt. Kinderleicht! Nach vier Stunden ist dann die Batterie wieder bis zu 80 Prozent gefüllt. Mangione gibt einen Tipp: „Nutzen Sie doch die Schnellladesäule. Da dauert das Laden von null auf 80 Prozent nur eine gute Dreiviertelstunde.“ Genauso lang wie eine Mittagspause. Heißt: In der Kantine Currywurst, draußen tankt der e-Golf neue Kraft – eine verdammt gute Idee!

Generationentreffen im Werk Wolfsburg – der e-Golf trifft den Citystromer.

» Die Mitarbeiter nehmen die e-Tankstelle­ in Wolfsburg gut an. «