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Mitarbeiter mit Spürsinn für Druckluft

Wie das „Sonaphone“ hilft, unentdeckte Lecks im Wolfsburger Presswerk zu finden.

Tüftler: Olaf Thor an seinem Arbeitsplatz im Technologiecenter des Presswerks.

Leckagen an Druckluftleitungen sind ein Problem. Instandhalter Olaf Thor allerdings ist Tüftler und liebt es, Probleme zu lösen. Nun hat er als Teammitglied des Technologiecenters des Presswerks Wolfsburg dafür gesorgt, dass sich diese Leckagen mithilfe eines digitalen Ultraschallgerätes aufspüren lassen.

 

Das Problem

Druckluft ist ein teures Betriebsmittel und spielt im Presswerk eine wichtige Rolle: Ein deutlicher Druckabfall ist nicht nur Verschwendung, sondern gefährdet unter Umständen sogar den Produktionsablauf. Umso ärgerlicher, wenn ein erheblicher Teil über Haarrisse an Schweißnähten, Ventilen oder Rohranschlüssen unbemerkt entweicht.
Zu finden sind die schadhaften Stellen mit bloßem Auge meist nicht. Manchmal sind sie ertast- oder hörbar. Voraussetzung: Die Umgebung ist leise genug, um das Zischen zu hören. Aber genau das ist im Presswerk fast nie der Fall. Die Folge: ein Verlust, der allein im zweiten Halbjahr 2018 bei etwa 1.200 Liter Druckluft pro Minute lag. Und das nur in einem Teil des Wolfsburger Presswerks, dem Presswerk 1.

Die Lösung

Das Team des Technologiecenters leistete echte Detektivarbeit, bis es auf ein digitales Ultraschallgerät stieß. Dem Team war schnell klar: Damit lässt sich auch ausströmende Luft aufspüren. „Das Sonaphone kann auch dazu verwendet werden, Geräusche von fließendem Strom zu messen“, erklärt Olaf Thor. „Genauso wie entweichende Luft können solche Töne vom menschlichen Ohr kaum wahrgenommen werden.“ Denn die ausströmende Luft erzeugt einen Ton, der im Ultraschallbereich liegt. Diese Schallwellen wiederum kann das Sonaphone aufspüren.

Messung: Mithilfe eines digitalen Ultraschallgeräts lässt sich ausströmende Luft aufspüren.

Das Gerät, das einem großen Smartphone ähnelt, ist über ein Kabel mit einem Luftschallsensor verbunden, kaum größer als ein gewöhnlicher Kugelschreiber. Eine Sonde lokalisiert dann die Stelle, an der der Ton auftritt. Und sie misst in Sekundenschnelle, wie viel Luft ausströmt.
Anschließend erstellt das Gerät einen Bericht. Und eine integrierte Fotokamera ermöglicht es, die Leckagenstelle eindeutig zu kennzeichnen – eine große Hilfe für die Reparaturteams, die den Schaden beheben.

 

Heike Ripke, Leiterin des Bereichs Instandhaltung Mechanik und Hydraulik im Presswerk: „Wo das menschliche Gehör keine Chance hat, entdeckt das Sonaphone selbst kleinste Leckagen. So unterstützen uns innovative Technologien beim Mitgestalten eines zukunftsfähigen Presswerks.“ Betriebsrat Andreas Hoppenbrink: „Diese tolle Idee ist wieder einmal ein Beleg dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen selbst die besten Experten sind. In der Belegschaft im Presswerk und allen anderen Abteilungen stecken so viel Fachwissen und Kreativität, dass wir damit noch viele Verbesserungen erreichen können.“

»Wo das menschliche Gehör keine Chance hat, entdeckt das Sonaphone selbst kleinste Leckagen.«

Heike Ripke, Leiterin Instandhaltung.

»Diese tolle Idee ist wieder einmal ein Beleg dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen selbst die besten Experten sind.«

Andreas Hoppenbrink, Betriebsrat.