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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Integrität

Das Richtige tun, auch wenn keiner hinsieht

Integres Handeln steht in unserer Strategie 2025+ auf einer Stufe mit der Qualität unserer Produkte, unserer finanziellen Kennzahlen und der Zufriedenheit unserer Kunden. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Aufrichtigkeit sind Werte, die Volkswagen ausmachen. Doch auch in unserem Unternehmen kommt es zu Regelüberschreitungen und Fehlverhalten, was schadet.

Wir wollten verstehen, wie Kollegen über das Thema Integrität denken und haben eine ganze Reihe von Gesprächen geführt – über Situationen, die integres Handeln erfordern; und woran es noch fehlt bzw. was man noch tun kann, um integres Handeln zu stärken.

»Heute fangen wir an über alles zu reden«

Bruno Custodio, acht Jahre bei Volkswagen, Beschaffung Einzelmodule.

Frage: Bei Beschaffung und Integrität denkt man automatisch an...
Bruno Custodio: ... Wir haben Kontakt mit Lieferanten und externen Partnern und wir haben es mit viel Geld zu tun, da sind Vorurteile vorprogrammiert. Aber die Beschaffung ist integer und sehr gut in ihren Prozessen, und das nicht nur, weil wir im Rampenlicht stehen. Natürlich will jederso wenig wie möglich bezahlen. Aber wir behandlen unsere Lieferanten fair und transparent. Unsere Partner müssen genug Geld verdienen, um die Qualität zu liefern, die wir von ihnen fordern. Das verstehen wir unter nachhaltig und integer.

Frage: Wie kann man weitere Impulse setzen?
Custodio: In der Vergangenheit haben einige sich nicht getraut, etwas zu sagen. Heute fangen wir an über alles zu reden und wir verändern auch Prozesse und Strukturen, wenn diese nicht mehr passen. Das ist aber ein offener, transparenter, nachvollziehbarer und nachhaltiger Ablauf.

Wenn man Regeln hat, an die sich jeder hält, dann ist es einfach. Erst wenn man der Einzige oder der Erste ist, dann wird es schwierig, Dinge anzusprechen. Aber das ist die Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen.

»... ein gewinnbringender Prozess beginnt«

Brigitta Mandelkau, seit 2012 bei Volkswagen, Team Dialog Integritätsmanagement

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie bei Ihrer Arbeit?
Brigitta Mandelkau: Der Hauptfokus und Inhalt meiner Arbeit liegt auf dem Thema Integrität. Zum Beispiel in den Center of Excellence-Workshops, die wir im Nachgang des Stimmungsbarometers durchführten, kamen viel Kritik und auch Beschwerden auf den Tisch. Als wir nach konkreten Vorschlägen zur Verbesserung fragten, veränderte sich die Perspektive und ein gewinnbringender Prozess begann. Situationen als veränderbar wahrzunehmen, Verantwortung zu übernehmen, sich mit anderen auszutauschen... Ich würde mir wünschen, dass man Probleme mit einem Sparringspartner besprechen kann und gemeinschaftlich Lösungen findet.

Frage: Wie kann man weitere Impulse setzen?
Mandelkau: Definitiv im Austausch untereinander. Es sollten aus meiner Sicht noch mehr Möglichkeiten dafür geschaffen werden oder etwa in bestehende Teamrunden oder Jour Fixes integriert werden.
 

Probleme im Dialog lösen und Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

»Ich habe den Mut gefunden, zu sagen, was ich denke«

Jens Grzonka ist seit 14 Jahren bei Volkswagen. Er arbeitet seit sechs Jahren zusammen mit drei Kollegen als Elektriker in der Fahrzeuginstandhaltung. Sie reparieren Ladegeräte, Batterien – „die ganz großen Dinger“. Bohrmaschinen, Betriebsmittel und mehr als 400 Ladegeräte müssen Jahr für Jahr geprüft werden.

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie bei Ihrer Arbeit?
Jens Grzonka: Das Thema Integrität ist bei uns nicht so präsent. Aber wenn wir darüber reden, dann meist über die Sachen, die nicht so rundlaufen.

Frage: Zum Beispiel?
Grzonka: Jede Kostenstelle ist darauf bedacht, Geld zu sparen. Ich habe den Eindruck, egal wie. Zum Beispiel haben wir Fahrzeuge gehabt, die nur noch schlecht zu bedienen waren. Die hätten eigentlich ausgetauscht werden müssen.

Frage: In welchen Situationen ist integres Verhalten bei Ihnen besonders gefragt?
Grzonka: Beispielsweise haben wir es mit gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen zu tun, mit Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Da können wir nicht auf die Schnelle was hinbiegen, sondern nehmen uns die Zeit, um das Gerät ordentlich zu warten.

Frage: Müssen Sie auch Geräte stilllegen?
Grzonka: Ja, das kam auch schon vor. Wenn sich bei einem Gerät die Kabel auflösen, ist eine sichere Handhabung nicht mehr möglich. Also lege ich es still und bestelle das entsprechende Kabel. Darüber muss sich mal jemand so sehr aufgeregt haben, dass ein Kollege irgendein Kabel genommen hat. Ich hätte das nicht gemacht.

Frage: Was meinen Sie, welche Impulse sollte man jetzt generell setzen?
Grzonka: Um Integrität zu leben, ist es wichtig, dass die Kollegen mitdenken. Jeder weiß doch genau, worauf es bei der eigenen Arbeit ankommt und was man besser machen kann, ohne dass es dafür eines Arbeitsauftrags bedarf. Aber ich glaube nicht, dass sich das so durchsetzen wird. Dafür habe ich schon von zu vielen Kollegen gehört: „Das haben wir immer schon so gemacht!“ Aber wie wollen wir so unsere Kultur verändern?

Frage: „Wenn du nichts änderst, ändert sich nichts.“ Gibt es etwas, was Sie heute anders machen als früher?
Grzonka: Ja, wie gesagt, ich habe den Mut gefunden und mache den Mund auf. Wenn du denkst, deine Idee ist gut, dann sprich mit den anderen. Und dann sollte man das umsetzen – zumindest, wenn es besser und genauso sicher ist wie vorher.

Frage: „Falls ihr mich sucht, ich bin im Wandel.“ An welchen Stellen nehmen Sie Wandel bei Volkswagen wahr?
Grzonka: Ich habe letztens gelesen, dass es Mitarbeitergespräche gibt, bei denen Integrität als Punkt mit aufgenommen wurde. Da ist das Thema angekommen. Das ist leider noch nicht überall so.

Frage: Warum ist das so?
Grzonka: Einerseits finden viele Integrität grundsätzlich gut. Anderseits ist aber alles in Ordnung, so wie es ist. Warum sollte man etwas ändern? Das scheinen immer noch recht viele zu denken. Ich lasse mich jedenfalls bei meinen Prüfungen nicht unter Druck setzen, auch wenn das Ärger geben kann. Aber damit kann ich leben.

Der Trainingspartner trägt das Thema Integrität in alle Welt

Christian Haas, seit 4 Jahren bei Volkswagen, Business Management Training, Botschafter und Sprecher für Integrität für den Bereich V.

Frage: Woran arbeiten Sie gerade?
Christian Haas: Wir teilen die kompletten Trainingsinhalte für unsere Vertriebspartner weltweit in Segmente. Was mir wirklich am Herzen liegt: Einige dieser Module werden das Thema Integrität behandeln.

Frage: Was heißt das konkret?
Haas: Mit dem Team Dialog Integritätsmanagement haben wir bereits einen ersten Test vor unseren internationalen Trainern gemacht. Das kam bombastisch an. „Endlich redet mal jemand darüber“, hieß es.

Frage: Können Sie uns eine aktuelle Situation nennen, in der Integrität besondere Bedeutung gewann?
Haas:
Natürlich. Du lernst als Verkäufer vielleicht, dass es legal ist, einen Gebrauchtwagen auf 96 Monate zu finanzieren - aber man sollte sich schon fragen, ob diese Vorgehensweise integer ist. Oder: die Dienstleistungen der Firma, bei der ich zwei Jahre lang angestellt war, sollten neu ausgeschrieben werden. Daran habe ich mich nicht beteiligt.

Frage: Wie kann man weitere Impulse für integres Verhalten setzen?
Haas: Meine Erfahrungen als Botschafter und Sprecher zeigen, dass das Top Management unglaubliches Interesse hat, die Dinge von oben anzuschieben. Und an anderen Stellen müssen wir einfach praktikabel sein. Menschen brauchen Beispiele, an denen sie sich praktisch orientieren können. Wir brauchen eine Art Toolbox für unsere Team- und Führungsrunden mit ganz praktischen Übungen, die das eigene Radarsystem stärken.

Frage: Das RICHTIGE tun, auch wenn keiner hinsieht?
Haas: Es geht ja nicht darum, für andere integer zu sein. Wir wollen uns selbst ja auch nach einem schwierigen Tag abends noch wohl fühlen in unserer Haut. Wenn ich Unrecht begehe, bleibt es Unrecht auch wenn es keiner sieht.

Das Thema Integrität verlangt nach Beispielen an denen sich Menschen orientieren können.

Integrität wird nicht im Paket geliefert

Anna-Kathrin Süßner, seit einem guten Jahr bei Volkswagen im Team Dialog Integritätsmanagement

Frage: Was ist Ihre Aufgabe?
Anna-Kathrin Süßner:
Meine Aufgabe ist es, das Thema Integrität kommunikativ zu begleiten, es sicht- und greifbar zu machen.

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie bei Ihrer Arbeit?
Süßner: Besonders interessant ist der Austausch mit den Kollegen auf den Betriebsversammlungen, bei den Dialogtouren und beim Sounding Board. Hier bekommt man viel davon mit, was die Menschen bewegt. Kann man bei der Arbeit Missstände offen ansprechen, wird das wertgeschätzt, werden Fehler vertuscht oder lernt man als Team aus Fehlern für die Zukunft? Diese Faktoren haben großen Einfluss darauf, wie motiviert man zur Arbeit geht.

Frage: In welchen Situationen ist Integrität besonders gefragt?
Süßner: In Situationen, in denen man unter Druck steht.

Frage: Wie kann man aus Ihrer Sicht weitere Impulse setzen?
Süßner: Am allerwichtigsten ist es, das Verständnis zu schaffen, dass Integrität ein Weg ist, den wir alle gemeinsam gehen. Der Weg verlangt Zeit und Durchhaltevermögen – aber er lohnt sich. Davon bin ich überzeugt. Es kommt niemand über Nacht und bringt den Kulturwandel bzw. Integrität in einem Paket vorbei und schwupps… ist es da… ohne, dass man etwas dafür tun muss. Es ist an uns selbst, Gewohnheiten zu überprüfen und durch unser Handeln von heute, das Volkswagen von morgen selber zu gestalten.

Frage: An welchen Stellen können wir noch mutiger werden?
Süßner: Dinge offen und direkt anzusprechen und nicht im Sinne der Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung dem Kollegen in der Teeküche zu sagen, „es wird sich eh nichts ändern“… Mit jedem Erfolg wird es einfacher, mit jedem, der mitmacht, wird es selbstverständlicher integer zu handeln.

Ich spreche Dinge schon immer offen und direkt an. Manchmal kostet das Überwindung und Mut – ich bin damit aber immer gut gefahren, weil ich mir selber treu bleibe.

 »Und dann bleiben wir standhaft«

Viktor Beyer, 10 Jahre bei Volkswagen, Unterabteilungsleiter in der Qualitätssicherung Vertriebsbetreuungsgesellschaft.

Mein jetziger Chef hat nie versucht, mich zu etwas zu zwingen; er will mit Argumenten überzeugen. Bei uns ist die Stimmung gut.

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie bei Ihrer Arbeit?
Viktor Beyer: Richtig schwierig war es beispielsweise bei einer Software, welches gegen die Gender-Richtlinie verstieß und auch noch weitere Qualitätsmängel aufwies, so dass wir sie komplett zurückweisen mussten Wir müssen aber in jedem Einzelfall immer die Balance finden und abwägen, was vertretbar ist.

Frage: Wie lösen Sie so etwas?
Beyer: Mit Integrität. Ich verweise auf Prozesse und Standards, auf unsere internen Regeln und bei Compliance auf den Code of Conduct, der durch die guten Beispiele jetzt sehr praktikabel geworden ist. Manchmal müssen wir kategorisch sagen: Nein, das geht nicht. Und dann bleiben wir auch standhaft.  Aber ehrlich gesagt, mit 58 ist es einfacher, standhaft und integer zu bleiben. Wenn ich an einen 40-Jährigen denke, der Karriere machen möchte, der wird sich mit solch einer Entscheidung schwerer tun. Das könnte auch heute noch nach hinten losgehen.

Frage: Was würde helfen?
Beyer: Eine neue Kultur. Wir haben hier immer noch eine hierarchische Kultur. Da gibt es auch heute noch Kollegen, die würden keinem Vorgesetzten widersprechen, wenn er sagt: Das bekommen Sie schon hin!

»Lernen, die richtigen Entscheidungen zu treffen«

Bal Bains, Master in Maschinenbau, seit 15 Jahren bei der Volkswagen Group of America, 2013 Leiterin Datensicherung im Arizona Testzentrum Maricopa und für die Verwaltung aller Compliance- und Sicherungs-Anforderungen verantwortlich.

Frage: Welche Berührungspunkte haben Sie mit Integrität?
Bal Bains: Integrität ist wesentlich für meine Arbeit hier, denn Vertrauen und Ehrlichkeit sind entscheidend für die Beziehungen zu den Kollegen.

Frage: Wann ist Integrität in Ihrer täglichen Arbeit besonders gefordert?
Bains: Integrität gehört zu mir, das ist nichts, was man einfach aus- und einschalten kann. Besonders wichtig ist integres Verhalten in der Datensicherung, da es hier viele Vorgaben gibt, die äußerst strikt beachtet werden müssen. Und als Botschafterin des Compliance Advisory Boards sollte ich Vorbild für die anderen sein.

Frage: Welche kritischen Situationen begegnen Ihnen im Arbeitsalltag?
Bains: Wie gesagt, wenn Integrität ein Teil von dir ist, wird es sich in allem was du tust widerspiegeln. Die größte Bedeutung hat Integrität beispielsweise bei der Beantwortung von Rechtsbehelfsmitteilungen.

Frage: Wie können wir integres Handeln fördern?
Bains: Wir alle machen Fehler. Was uns aber von anderen Unternehmen unterscheidet, ist, welche Konsequenzen wir aus diesen Fehlern ziehen: Mitarbeiterschulung, Mentoring und offene Diskussionen lehren uns richtige Entscheidungen basierend auf Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit zu treffen.

Bal Bains, Leiterin Datensicherung, Testzentrum Arizona Volkswagen Group of America: ,„Wenn Integrität ein Teil von dir ist, wird es sich in allem was du tust widerspiegeln.“

»Wir sind auf dem Weg zu einer neuen Kultur, lasst uns den Weg weitergehen«

Heiko Pohl ist seit mehr als 20 Jahren bei Volkswagen. In der Entwicklung Aggregate hat er angefangen, in der Entwicklung - allerdings bei der Konzern Gesamtfahrzeug Entwicklung - arbeitet er auch heute. Er ist erfolgreich, man hört auf ihn - und sagt: „Wir müssen voneinander lernen.“ Dabei fördert er die Kommunikation der Marken untereinander, schafft Synergien, beschäftigt sich mit den Themen, die das ganze Fahrzeug betreffen. In seiner Funktion war er dabei, als es galt, einen einheitlichen Prozess zur Emissionsmessung zu entwickeln.

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie bei Ihrer Arbeit?
Heiko Pohl: Das Thema Integrität beschäftigt uns alle täglich, bei allem was wir tun. Unabhängig davon welcher Aufgabe ich mich stelle: Es kommt auf die Art und Weise an, wie ich meine Ziele erreiche. Dabei ist es wichtig, dass die Prozesse vertretbar und integer sind.

Frage: Gab es bei Ihrer Arbeit eine Situation, in der Integrität besonders gefragt war?
Pohl: Wir standen vor der besonderen Herausforderung, einen einheitlichen Prozess zur Emissionsmessung zu generieren (sog. PEMS Messungen), da diese Messungen bis dahin nur stichprobenartig und von den Marken auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt wurden. So war ich mit den Marken unterwegs, um ein einheitliches Vorgehen dazu zu definieren. Die Frage war hier: Erfüllt der Prozess alle Anforderungen? Kann er so nach außen kommuniziert werden und entspricht er unseren Vorstellungen von Integrität?

Frage: Jeder von uns kennt kritische Situationen im Arbeitsalltag, in denen es darauf ankommt, die richtige Entscheidung zu treffen...
Pohl: ... Dazu gibt es ein relativ aktuelles Beispiel. Es gab eine Entscheidung unseres Vorstandes, eine bestimmte Funktion im Auto zu verändern. Unsere Abteilung befürchtete, dass es dadurch zu Fehlbedienungen hätte kommen können. Deshalb wollten wir diese Entscheidung so nicht akzeptieren. Wir haben alle Informationen und Fakten zusammengetragen und haben das Thema mit Unterstützung der Kollegen vom Team Gebrauchssicherheit und von Frau Werner noch einmal dem Vorstand zur Diskussion gestellt. Die Fakten haben den Vorstand überzeugt. Wir haben also die potenziellen Nachteile bei der Bedienung erkannt und eine gute Lösung umsetzen können. Ich glaube, dieses Erlebnis hat uns deutlich gemacht, dass es sich lohnt Dinge offen anzusprechen. Wir konnten erfahren, dass auch unser Vorstand kein Problem damit hat, eine Entscheidung bei entsprechender Faktenlage zu überdenken. Wir sind auf dem Weg zu einer neuen Kultur, lasst uns den Weg weitergehen.

Frage: Wie kann man aus Ihrer Sicht weitere Impulse für Integrität setzen?
Pohl: Es wird schon viel gemacht. Ich finde es wichtig, dass diese Kultur der Offenheit, des Meinungsaustausches auf Augenhöhe und der Integrität von Vorgesetzen vorgelebt wird. Ich glaube, dass wir hier alle noch wachsen können: Ich denke, es gibt auf allen Führungskräfteebenen noch Potenzial uns besser zu unterstützen und auch wir selbst können sehr viel mehr tun. Aber das braucht natürlich auch seine Zeit.

Gespräche mit Respekt führen

Dennis Winter, seit 12 Jahren bei Volkswagen, in der Betriebsfestigkeit der Gesamtfahrzeugentwicklung, im Werkstattbereich tätig.

Inside: Ist Integrität ein Thema für Dich?
Dennis Winter: Eigentlich nicht. Natürlich gibt es auch bei uns manchmal Reibungspunkte. Da wir alle per „du“ sind und uns mit Respekt begegnen, können wir alle Dinge offen ansprechen. Das ist keine Frage der Integrität.

Frage: Ist das bei dir in der Abteilung generell so?
Winter: Wir müssen in allem sehr akkurat arbeiten. Wenn einer einen Fehler sieht, dann wird er behoben. Keiner käme auf die Idee, zu sagen: Das war dein Fehler.

Frage: Wie kann man weitere Impulse für integres Handeln setzen?
Winter: Was wirklich hilft ist: wertschätzende Kommunikation, das Gespräch auf Augenhöhe, mit Respekt geführt. Und natürlich auch Mut, mit gutem Beispiel vorangehen. Nur bei uns gehört da nicht viel Mut dazu.

Frage: Sehen das die anderen auch so?
Winter: Doch. Es ist schon vieles offener geworden. Auch die Hierarchie wirkt etwas lockerer.

Frage: Woran liegt das?
Winter: Einmal an der Kampagne und es gibt gute Integritätsbotschafter, so wie mich (lacht), die schon früher mit gutem Beispiel vorangegangen sind.

Alte Wege öffnen keine neuen Türen.“ ist mein Lieblingsspruch. Dieses: „Das haben wir immer schon so gemacht“ beleidigt meinen gesunden Menschenverstand, als ob das ein Argument dafür ist, dass der bisherige Weg gut war.

Höchste Produktqualität sichern

Karina Hernandez, seit 7 Jahren bei Volkswagen de México, Qualitätssicherung

Frage: Welche Berührungspunkte haben Sie mit Fragen der Integrität?
Karina Hernandez: Alles, was die systematischen und operativen Risiken betreffen, sind integritätsrelevant, auch die Themen der Quality Akademie.

Frage: Wo in Ihrer täglichen Arbeit ist Integrität besonders gefordert?
Hernandez: Vor allem bei den Kontrollen, die sicherstellen sollen, das nichts gegen unseren Verhaltenskodex verstößt. Wir analysieren die Prozesse auf mögliche Risiken und verankern Integrität in jeden unserer Prozesse. Bei jeder Entscheidung, bei allem, was wir tun, müssen wir immer integer handeln.

Frage: Können Sie uns ein Beispiel dafür geben, wo Integrität eine Schlüsselrolle spielt?
Hernandez: Wenn wir zum Beispiel einen Lieferanten finden, der für eines seiner Produkte die hohen Qualitätsanforderungen von Volkswagen nicht erfüllt, können wir keine Kompromisse eingehen. Wir sind unseren Kunden gegenüber verantwortlich, dass sie höchste Qualität erhalten. Dies müssen wir durch unsere Prozesse und unsere Integrität sicherstellen.

Frage: Wie kann man weitere Impulse für integres Verhalten geben?
Hernandez: Kommunikation ist ganz wichtig, unsere Integritätsbotschafter, die Art der Kommunikation der Chefs mit ihren Mitarbeitern - und die neue Kommunikationskampagne.

Inside: Alte Wege öffnen keine neuen Türen?
Hernandz: Es ist immer wieder notwendig, unsere grundsätzlichen Denkweisen auf den Prüfstand zu stellen, damit wir Mitarbeiter neue Wege gehen können, um auch in Zukunft die Besten in der Automobilindustrie zu sein.
 

Die Schaffung einer Kultur der Integrität unter den Mitarbeitern bringt uns nicht nur innerhalb des Unternehmens näher, sondern wird uns auch näher zu unseren Kunden bringen.

»Im Dialog zu bleiben ist wichtig«

Vanessa Kleemann, 8 Jahre bei Volkswagen, Controlling.

Frage: Welche Berührungspunkte mit dem Thema Integrität haben Sie?
Kleemann: Ich bin seit einiger Zeit Integritätsbotschafterin und als solche versuche ich, das Botschaftersystem in unserer Finanzabteilung aufzubauen. Wir haben eine sehr gute Speak-up-Kultur; also hier kann jeder seine Meinung vertreten. Momentan ist aus Sicht der Kollegen der Bedarf an Unterstützung in Sachen Kulturwandel, Compliance und Integrität nicht sehr hoch.

Frage: Wie kann man aus Ihrer Sicht weitere Integritätsimpulse setzen?
Kleemann: Mir ist wichtig, dass man im Gespräch bleibt. Man sollte die Leute ermutigen, den Dialog zu leben.

Die Herausforderung als Botschafter: Man hat viel zu wenig Zeit und will die Kollegen dennoch dazu bewegen, sich mit Integrität zu beschäftigen.

Together4Integrity

Integrität, Compliance und Kultur – gemeinsam mit noch mehr Power

Volkswagen will ein weltweit führender Anbieter nachhaltiger Mobilität werden und „Vorbild in Sachen Integrität“. So steht es in der TOGETHER-Strategie2025. Vor allem Mitarbeiter und Kunden setzen moralisch und ethisch einwandfreies Handeln als selbstverständlich voraus – die einen, weil sie mit Stolz bei Volkswagen arbeiten, die
anderen, weil sie mit Überzeugung die Produkte unseres Unternehmens kaufen wollen.

Unsere Vision ist es, „in allen unseren Geschäftsbereichen von Integrität und Compliance zu profitieren. Unsere Kultur wird eine inspirierende Grundlage für unseren Erfolg sein”.

Hier bedeutet Compliance das regelkonforme Verhalten aller Mitarbeiter ebenso wie entsprechende Prozesse und Abläufe. Integrität beschreibt die innere Haltung, in jeder Situation seinen Prinzipien zu folgen und aus Überzeugung verantwortungsvoll und standhaft zu handeln. Und das immer, ohne Ausnahme. Und unter Kultur versteht man den Wertekanon, dem ein Unternehmen folgt; es geht um die Führungskultur und die tägliche Zusammenarbeit – weniger Hierarchie, schnellere Entscheidungen und Orientierung, basierend auf Synergien und Erfolg.

Unser gemeinsames Auftreten unter dem Dach von Together4Integrity macht für jedermann sichtbar, dass es ernst ist: Volkswagen wird Vorbild für Integrität, Compliance und Kultur.

Dafür sollten wir jetzt aber weiter Tempo machen. Dass das Unternehmen auf einem guten Weg zu einer soliden Integritäts- und Speak-up-Kultur ist, zeigt sich, wenn jedermann seine Bedenken offen ansprechen kann, auch wenn er der Einzige ist, wenn Kollegen sich gegenseitig zuhören und aus Fehlern lernen. Aber auch, wenn wir Argumente aufgrund der Faktenlage abwägen, unabhängig davon, wer sie vorgetragen hat. Und wenn wir das Richtige tun, auch wenn es dafür keine Regel gibt oder niemand zusieht.

So bewerben Sie sich als Botschafter für Integrität

Die Kollegen haben Interesse bei Ihnen geweckt und Sie möchten den Wandel aktiv mitgestalten? Dann bewerben Sie sich mit einer Email an integrity@volkswagen.de mit Ihrem Namen und Bereich, Ihrer Position (Mitarbeiter oder Führungskraft) und am Wichtigsten: Mit einer Aussage, was Sie dazu motiviert, das Thema Integrität voranzutreiben.
Das Team Dialog Integritätsmanagement freut sich auf Ihre Bewerbung und wird sich schnellstmöglich bei Ihnen melden.