inside
Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Unternehmen

Wandel muss gelingen

inside-Interview mit Thomas Meiers, Leiter zentrale Koordination Monitor.

Hält die Fäden zusammen: Thomas Meiers verantwortet die Arbeit an der Schnittstelle zwischen dem Monitor-Team und dem Unternehmen.

Das Monitorship von Larry D. Thompson und seinem US-Team bei Volkswagen ist auf drei Jahre ausgelegt. Die erste Hälfte ist vorbei, aber es liegt noch eine Menge Arbeit an. Mit seinem zweiten Bericht vom 8. Februar hat der Monitor weitere Empfehlungen ausgesprochen. Die Frist, diese umzusetzen, beträgt 120 Tage. inside sprach mit Thomas Meiers (48), der die zentrale Koordination Monitor leitet. In dieser Funktion verantwortet er die Arbeit an der Schnittstelle zwischen dem Monitor-Team und dem Unternehmen.

Was macht die Aufgaben von Volkswagen im Rahmen des Monitorships so komplex?

Larry D. Thompson hat ein doppeltes Mandat – als Monitor und Auditor. Das bedeutet für unser Team und die beteiligten Fachabteilungen im Konzern: zwei Arbeitspläne, zwei Ansätze beim Vorgehen, zwei Berichtsstränge. Betroffen sind nicht nur einzelne Fachabteilungen, sondern viele Aspekte im gesamten Konzern – mit zahlreichen Marken, Regionen, Tochtergesellschaften. Drittens: Die schiere Komplexität des Volkswagen Konzerns fordert uns täglich heraus.

Wie zeigt sich im Alltag, dass Volkswagen dem Monitorship oberste Priorität gibt?

Die Vorstände haben das Thema zur Chefsache gemacht. Sie haben sich in zahlreichen Sitzungen und Klausuren intensiv damit beschäftigt und das Ressort Integrität und Recht des Konzerns personell deutlich verstärkt. In den relevanten Fachbereichen wurden zusätzliche Compliance-Experten eingestellt. Dadurch konnten wir zum Beispiel auch das bestehende Whistleblower-System schneller weiterentwickeln. Außerdem hat der Vorstand das konzernweite „Together4Integrity“-Programm als Dach für alle Maßnahmen rund um Integrität, Compliance und Kulturwandel beschlossen. Together4Integrity ist wie die Konzernstrategie auf das Jahr 2025 ausgerichtet, nicht nur auf das Ende unseres Monitorships. Natürlich sind sich alle darüber im Klaren, wie viel davon abhängt, dass uns der Wandel gelingt. Die Ziele sind definiert, die Maßnahmenpakete geschnürt. Alle arbeiten hart, um die nötigen Veränderungen herbeizuführen. Aber das gelingt bei einem Tanker wie dem Volkswagen Konzern eben nicht über Nacht.

»Die Empfehlungen des Monitors werden uns helfen, Volkswagen zu einem noch besseren, anständigeren Unternehmen zu machen.«

 Thomas Meiers, Leiter zentrale Koordination Monitor.

Das Monitorship ist bis Juni 2020 angesetzt. Wie steht Volkswagen heute da und wie sieht der Zeitplan bis 2020 aus?

Wir haben in den letzten Monaten einige wichtige Meilensteine erreicht, sehr viele Materialien zusammengestellt und Gespräche für den Monitor organisiert. Ende März 2018 gab es den Initial Review Report des Independent Compliance Monitors, und der Konzern musste seine Empfehlungen in nur 150 Tagen umsetzen. Die Empfehlungen aus seinem zweiten Bericht, dem First Follow-up Report vom 8. Februar, müssen wir in einer Frist von nur 120 Tagen umsetzen. Diese Berichte sind vertraulich und werden nicht veröffentlicht. Parallel hat Thompsons Team einen zweiten Bericht im August 2018 erstellt, der uns in Bezug auf Compliance und Umwelt bewertet. Dieser ist auch online über einen Link auf der Konzernwebseite einsehbar. Und wir bereiten uns auf den zweiten Auditor-Bericht des Independent Compliance Auditors vor, der im August 2019 erscheinen wird.

Es gibt noch viel zu tun und viel zu erreichen. Aber vor allem begreifen wir das Monitorship als Chance und ziehen die für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns richtigen Konsequenzen. Wir sind überzeugt: Die Empfehlungen des Monitors werden uns helfen, Volkswagen zu einem noch besseren, anständigeren Unternehmen zu machen.