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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

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»Die Produktion rückt stärker in den Mittelpunkt«

Produktions- und Logistikvorstand Andreas Tostmann über die Fähigkeiten der Mannschaft der Zukunft und seine Rückkehr nach Wolfsburg nach 14 Jahren im Ausland. Er fordert: Wir müssen schneller entscheiden und umsetzen.


Sie haben für Volkswagen in Deutschland, Mexiko, Südafrika, der Slowakei und Spanien gearbeitet. Welche Erfahrungen können Sie für Ihre Vorstandsaufgaben nutzen?
Wer im Ausland Führungsaufgaben übernimmt, lernt schnell, dass es in jedem Land und in jeder Kultur eigene Wege gibt, um ans Ziel zu gelangen. Zudem ist an ausländischen Standorten oft ein besonderer Spirit in der Mannschaft anzutreffen. Die besten Erfahrungen daraus werde ich markenweit nutzen und transportieren. In Bratislava zum Beispiel sind die Mitarbeiter beispielhaft auf Effizienz und Produktivität fokussiert – davon können wir alle lernen.

Sie kennen die Fertigung aus dem Effeff. Wie ist es möglich, die Produktivität weiter zu erhöhen, ohne dass die Qualität leidet?
Das ist kein Widerspruch, denn Produktivität und Qualität gehen Hand in Hand. Beides gehört unbedingt zusammen. Denn immer produktiver Autos zu bauen, die unsere Kunden begeistern, ist die beste Zukunftssicherung für unsere Standorte und unsere Marke. Entscheidend hierfür sind eine starke Mannschaftsleistung und Führungsarbeit, die Ideen und Initiativen jedes Einzelnen für noch bessere Prozesse und Standards. Sie zielen auch auf eine nachhaltige Fertigung, die Ressourcen schont, und auf gute Arbeitsbedingungen für die gesamte Mannschaft. Mit Blick auf den Wettbewerb müssen wir uns bei der Produktivität noch in die Spitze der Automobilindustrie vorarbeiten.

Wie wollen Sie diese Herausforderung 
für die Produktion und Logistik meistern?
Dass wir das können, zeigt das Stammwerk Wolfsburg. Es hat zum ersten Mal den Lean Production Award gewonnen. Diese renommierte Auszeichnung bescheinigt dem Werk im europäischen Vergleich ein beispielhaftes Veränderungstempo auf dem Weg zu mehr Produktivität und Effizienz. Für die künftige Entwicklung unserer Marke  geht es nun darum, die Produktion stärker in den Mittelpunkt zu rücken und ihr einen deutlich höheren Stellenwert zu geben. Mit unserer neuen Strategie Transform.Together richten wir uns darauf aus. Hier liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns.

»In der Produktion stecken die größten Chancen, unser Unter­nehmen noch effizienter zu machen.«

ANDREAS TOSTMANN

ist seit Februar dieses Jahres Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen. Er wurde 1962 in Peine geboren und hat an der Universität Braunschweig einen Abschluss in Maschinenbau und Wirtschaft erworben.

1990 kam Tostmann zu Volkswagen und begann in der Produktplanung des Konzerns. Ab 1994 war er für die Antriebssystemplanung bei Volkswagen Mexiko zuständig. Ein Jahr später übernahm er die Verantwortung für die technische Projektplanung und das Projektmanagement für Antriebssysteme im Konzern. 2001 wurde er Werkleiter in Salzgitter. Drei Jahre später wechselte Tostmann als Geschäftsführer zu Volkswagen in Südafrika. 2007 schließlich wurde er zum Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen in der Slowakei berufen 
und 2011 zum Produktionsvorstand von Seat.

Was genau ist zu tun?
In der Produktion stecken die größten Chancen, das Unternehmen noch effizienter zu machen. Hierbei konzentrieren wir uns auf die wichtigsten acht Handlungsfelder (siehe Infobox). So standardisieren wir Fabriken und Anlagen und kommen mit geringeren Investitionen aus. Eine klare Aufgabenteilung zwischen Marke, Regionen und Werken senkt Kosten. Dafür sorgt auch eine standardisierte Planung für exzellente Neuanläufe an allen Standorten. Hat ein Werk gute Ideen, sind diese schnell in andere Werke zu übertragen. So schaffen wir es, deutlich an Tempo zu gewinnen und die Kraft unseres weltweiten Produktionsnetzwerkes voll zu nutzen. Generell müssen wir schneller entscheiden und umsetzen. Am wichtigsten aber ist die Mannschaft mit ihren Kompetenzen, ihren Ideen und ihrem Teamgeist. 

Was muss die Mannschaft der Zukunft können?
Die Basis sind die fachlichen Fähigkeiten unserer gut ausgebildeten Mitarbeiter. 
Aber die Anforderungen ändern sich: Früher gab es den Elektriker und Schlosser, heute den Mechatroniker und morgen noch mehr IT-Spezialisten direkt in der Produktion, die Anlagen programmieren und digital steuern. Karriere in der Produktion macht künftig, wer flexibel ist, schnell hinzulernt und Neues gestalten will. Das Ziel bleibt: noch höhere Produktivität bei bester Qualität. Da muss sich niemand Bange machen lassen. Unsere Belegschaft in der Produktion hat schon immer gezeigt, dass sie für den Wandel bereit ist und damit Erfolg hat.

Sie sind ein Kind der Region, wurden in Peine geboren und haben in Braunschweig studiert. Wie ist es, wieder in der Heimat zu sein?
Ich war 14 Jahre für Volkswagen im Ausland. Wenn man dann in die Heimat zurückkehrt, fühlt sich das – ehrlich gesagt – zunächst einmal wie eine weitere Auslandsstation an. Aber dann spürt man seine Wurzeln. Man trifft alte Freunde und ist an vertrauten Orten. So habe ich mich schnell wieder eingelebt. Jetzt freue ich mich, mit der Mannschaft etwas für unsere Region zu bewegen.

Mit acht Handlungsfeldern beschäftigt sich die Produktion und Logistik in ihrer neuen Strategie Transform.Together:

 

• Stabiler Kundenauftragsprozess

• Produktivität

• Anlaufexzellenz

• Think Blue. Factory.

• Nachhaltige Strukturen

• Mannschaft der Zukunft

• Nacharbeitsfreie Produkte und Prozesse

• Aufwandsarme Fabriken der Zukunft

Neue Strategie für
die Produktion