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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Standorte

60 Jahre Mobilität aus Kassel

Das zweitgrößte Werk der Marke Volkswagen in Deutschland feiert Geburtstag.


Ein besonderes Jubiläum steht Ende August an: Der Standort Kassel wird 60 Jahre alt und die Mitarbeiter feiern das Jubiläum mit einem großen Familientag. Mit Attraktionen für Groß und Klein (s.u.). Und an mehr als 100 Stationen in 10 Hallen zeigen die Mitarbeiter ihren Familien ihren Arbeitsplatz und ihre Volkswagen Welt. Vielseitig ist diese Welt. Manche Mitarbeiter sagen, sie würden in einem Gemischtwarenladen arbeiten. Und tatsächlich: Das Volkswagenwerk Kassel ist seit 60 Jahren einer der vielseitigsten Standorte von Volkswagen. Hier fertigen rund 17.000 Mitarbeiter Getriebe, Elektroantriebe, Karosserieteile, Zylinderkurbel- sowie Getriebegehäuse, Strukturgussteile und Abgasanlagen. Darüber hinaus hat am Standort der Konzern After Sales seit 1969 seine globale Zentrale mit Europas größtem Logistikzentrum, dem Original Teile Center, kurz: OTC. Mehr als 70.000 Menschen in der Region profitieren heute wirtschaftlich vom Werk und seinen Mitarbeitern in Nordhessen.

Flexibilität und Innovationsfähigkeit zeichnen das Werk Kassel seit sechs Jahrzehnten aus. Ursprünglich sollten am neuen Standort in Nordhessen nur alte Getriebe und Motoren aufbereitet werden. Die Volkswagenwerk AG wuchs in den 1950er- und 1960er-Jahren mit enormem Tempo. Man spricht bis heute vom „Wirtschaftswunder“. Käfer und Bulli waren Bestseller, nicht nur in Deutschland, in Europa, sondern in der ganzen Welt. Um die Fertigungskapazitäten im Wolfsburger Stammwerk zu erhöhen, verlegte Volkswagen zuerst die Aggregate-Aufbereitung nach Kassel. Sie nahm im Sommer 1958 ihren Betrieb auf. Der Standort wuchs dann schnell weiter. Bald kam auch die Getriebefertigung in der ersten neu gebauten Halle hinzu und schließlich 1964 ein Großpresswerk in der Halle 2.

Letzteres brummte sprichwörtlich bis in das neue Jahrtausend hinein. Dann war Zeit für etwas Neues. Die sogenannte Warmumformung härtet Stahl ultrafest, sodass weniger Material bei gleichem Effekt erforderlich ist. Der Golf ist durch dieses Verfahren um bis zu 18 Kilogramm leichter, als er mit herkömmlich gepresstem Stahl wäre.

Wissenswertes zum VW-Werk Kassel

… Der Standort Kassel erstreckt sich auf 3,4 Millionen Quadratmetern, das entspricht etwa 340 Fußball
feldern.

… Rund vier Millionen Getriebe, 
die Mehrzahl moderne Doppelkupplungsgetriebe, bauen die Mitarbeiter im Getriebebau im Jahr.

… Das meistgeorderte Original Teil aus Kassel ist die Ölablassschraube: 12 Mio. Stück werden im Jahr in die Welt versendet.

474.000 verschiedene Original Teile lagern in den Original Teile Centern, dem größten Logistikzentrum Europas.

… Die Beleuchtung des Volkswagen Schriftzug mit seinen fünf Meter großen Buchstaben wurde 2010 auf LED-Technik umgestellt. Damit verringerte sich der Stromverbrauch von 24 auf noch zwei Kilowatt.

… Im Kasseler Kunden Center wurden im vergangenen Jahr 8.815 Autos von Mitarbeitern geleast sowie 1.142 Geschäftsfahrzeuge und 
1.080 Neuwagen gekauft.

… Jährlich werden 63.000 Tonnen Leichtmetall in Europas größter Leichtmetallgießerei verarbeitet.

291.745 Sprinklerköpfe sichern den Brandschutz in den Hallen 
am Standort, für die dauerhaft 
7,8 Millionen Liter Löschwasser in Zisternen bereitgestellt werden.

… Die Currywurst ist stets beliebt: 95.000 Würste wurden im 
vergangenen Jahr in den Betriebs-
restaurants gegessen.

Ingenieure aus dem Werk haben sich früh auf die Mobilität von morgen vorbereitet. In Eigeninitiative haben sie in den vergangenen zehn Jahren einen elektrischen Antrieb entwickelt und sich im Wettbewerb gegen die weltweite Konkurrenz aus der Automobilbranche behauptet. Der e-Golf1 und , der e-up!2 und der e-Crafter fahren mit Antrieben aus Kassel. Ebenso der Golf GTE3, der Passat GTE4 und ein der Audi Plug-in-HybridA3 e-tron. Diese drei Modelle haben einen Benzinmotor, einen Elektromotor und ein Hybridgetriebe „made in Kassel“ unter der Haube.

Und so werden genau 60 Jahre nach ihrer Einweihung ab dem nächsten Jahr in der Halle 1 die Elektromotoren für die I.D. Familie gebaut. „Base+“ und „Base–“ heißen die. Davon können perspektivisch bis zu eine Million Einheiten im Jahr gefertigt werden. Dafür laufen gerade nach und nach andere Produkte aus, darunter das Hinterachsgetriebe HL600 und der Getriebe-Dauerbrenner MQ250 (siehe links). In diesem Umstellungsprozess soll aus der ehemaligen Getriebehalle ein Herzstück der Elektromobilität am Standort Kassel werden.

Doch damit nicht genug: Um noch wettbewerbsfähiger zu werden und auch um eine Brücke in die Tradition zu schlagen, entsteht im alten Großpresswerk derzeit die sogenannte Original Teile Fabrik. 
Da werden Karosserieteile wie Kotflügel, 
Motorhauben, Türbleche und vieles mehr für den am Standort ansässigen Konzern After Sales gefertigt. Und während in der Halle 2 die Pressen im Takt stampfen, surren gleich gegenüber die Roboter der Abgasanlagenfertigung. Hier fertigen die Mitarbeiter Abgasreinigungssysteme der Euro-6-Norm für Benziner und Diesel. Rund drei Millionen Einheiten im Jahr.

Wie das Werk Kassel wurde, was es heute ist  – die Meilensteine der Standortgeschichte

Abschied einer Legende

1960: Mit einem Aggregat 
für den Käfer fing alles an. Dessen Getriebe mit der einfachen Bezeichnung „113“ war 1960 das erste Getriebe, das in Kassel gebaut wurde. 1983 endete die Produktion nach rund 13,5 Millionen Einheiten.

Als die Montagelinie des MQ250-
Getriebes 1987 die Produktion aufnahm, war das die modernste Fertigung am Standort. Vor wenigen Tagen lief jetzt das letzte MQ250-Getriebe vom Band. Nach 31 Jahren und mehr als 
14 Millionen Getrieben. 
Damit überholt das MQ250 sogar 
das Käfergetriebe 113 (oben) und 
ist das meistgebaute Getriebe in 
der 60-jährigen Werksgeschichte. 
Im kommenden Jahr werden die 
Mitarbeiter hier Elektroantriebe für 
die Modelle aus der I.D. Familie bauen.

2018: Isabell Fetters und die 
drei MQ250-Mitarbeiter der ersten Stunde Frank Reinhold, 
Michael Leib und Thomas Braun mit dem letzten MQ250-Getriebe, das in Kassel gefertigt wurde.

Das ist Los am Familientag

Ein buntes Feuerwerk aus Show, Musik und 
Attraktionen für Groß und Klein.
Am Abend: Open-Air-Konzert der Rockband 
The BossHoss 
hinter der Halle 2.

- Mitarbeiter zeigen ihr Showtalent
- über 100 Stationen in 10 Hallen: Mitarbeiter zeigen ihrer Familie 
ihre Volkswagen Welt
- Touren durch die Fertigung
- Tuning- und Oldtimeraustellung
- Kinderschminken, Water Balls 
im Pool, Bungee-Trampolin

- … und vieles mehr

Ich gratuliere und 
wünsche mir für den Standort Kassel, …

»… dass wir weiterhin alle Beschäftigung haben, gemeinsam unsere Ziele erreichen und ehrlich und achtsam miteinander umgehen«

Karsten Kelb, Betriebsschlosser in der KVP-Werkstatt, seit 33 Jahren bei Volkswagen

»… dass die Menschen hier weiterhin kulturelle Vielfalt leben und ihre Solidarität gegenüber Menschen in Not nie verlieren«

Carolin Geist, Mitarbeiterin des Betriebsrats seit 11 Jahren

»… dass wir auch in Zukunft für unsere Kunden in aller Welt die Mobilität mit Original T­eilen und Komponenten aus Nordhessen sicherstellen werden«

Andre Bangert, Technischer Sachbearbeiter im 
Konzern After Sales seit 10 Jahren