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Mit einem Irrtum fing alles an

Thomas Siber Tischer aus dem Werk Wolfsburg ist erst 29, aber schon seit knapp sechs Jahren ehrenamtlicher Chef des Technischen Hilfswerks Wolfsburg.

Der Pieper ertönt. Sofort erkundigt sich Thomas Siber Tischer bei der Berufsfeuerwehr nach Einzelheiten zum Einsatz. Anschließend fragt er seinen Vorgesetzten im Volkswagen Kraftwerk, ob er beruhigt zum Dienst beim Technischen Hilfswerk (THW) ausrücken könne. Das sei noch nie ein Problem gewesen, sagt der Mitarbeiter. „Meine Kollegen und Chefs zeigen nicht nur Verständnis für mein Ehrenamt, sie fördern es sogar.“

Thomas Siber Tischer ist seit 2009 beim THW.

Siber Tischer ist mit 29 zwar noch jung, leitet aber schon seit knapp sechs Jahren den Ortsverband des Technischen Hilfswerks, das der Bevölkerung in Notfällen mit Technik und Wissen hilft. Der letzte große Einsatz liegt wenige Wochen zurück: Nach dem Hochwasser, das Wolfsburg und vor allem benachbarte Städte wie Wolfenbüttel und Hildesheim heimgesucht hatte, pumpte der THW-Ortsverband Wasser aus Kellern und Schächten und half beim Befüllen und Transport von Sandsäcken. 950 Stunden war der Deutsch-Brasilianer im vergangenen Jahr für das THW im Einsatz – die meisten davon in seiner Freizeit. Er organisiert und repräsentiert, plant, überwacht und packt an. „Mir macht das Spaß“, sagt Siber Tischer.

» Meine Kollegen und Chefs zeigen viel Verständnis. «

Wie alles anfing? Als Ersatz für den Wehrdienst verpflichtete er sich 2009 für vier Jahre beim THW. „Nach diesen vier Jahren bin ich aber auch weg“, dachte er sich. Irrtum! Schon die umfassende Grundausbildung mit zum Beispiel Holz-, Metall- und Steinbearbeitung gefiel ihm. Und als 2010 das Bundesjugendlager in Wolfsburg mit Tausenden von Teilnehmern ein Erfolg war, war Siber Tischer endgültig fasziniert von der Kameradschaft und der Arbeit im THW. Ein Ende ist nicht in Sicht, zumal Ehefrau und Schwägerinnen inzwischen ebenfalls die blaue Uniform übergestreift haben und auch die übrige Familie „das internationale Volkswagen Kind“ in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt.

Internationales Volkswagen Kind? Siber Tischer wurde in Curitiba geboren, seine Mutter Monica arbeitete bei Volkswagen do Brasil. Als die Familie aus beruflichen Gründen nach Deutschland kam, war Thomas elf Jahre alt. Er lernte schnell die Sprache und nach der Schule bei Volkswagen Elektroniker für Automatisierungstechnik. Heute ist er Sachbearbeiter in der Versorgungstechnik, stellt im Werk Wolfsburg unter anderem die Trink- und Kühlwasserversorgung sicher. In der Freizeit bestimmt das THW sein Leben, immer unter dem Motto „Helfen wollen ist gut, aber helfen können ist besser“.