inside
Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Unternehmen

Lernwillig, schnell 
und kurze Wege

Das Werk Kaluga ist das erfolgreichste des Jahres 2017 der Marke Volkswagen und dadurch 
„Transformer of the Year“.


Den Preis verleiht die Produktion & Logistik in Anlehnung an die Fach­bereichsstrategie TRANSFORM.FACTORY+. Was den Standort Russland auszeichnet, darüber sprach inside mit Oliver Grünberg, Technischer Geschäftsführer der Volkswagen Group Rus.

Wie sehr freut es Sie, mit dem Werk Kaluga „Transformer of the Year 2017“ zu sein?
Das freut mich sehr, keine Frage. Noch mehr aber freut es mich zu sehen, wie stolz unsere Mannschaft auf diese Leistung ist. Wir haben nicht gezielt auf diesen Preis hingearbeitet, sondern unser Ziel im vergangenen Jahr war es, weiter die Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Das ist uns gelungen – und zwar offenbar so gut, dass wir dafür sogar einen Preis gewonnen haben.

Produktionsvorstand Andreas Tostmann (links) gratuliert Oliver Grünberg zum Sieg.

Warum haben Sie den „Produktions-Oscar“ gewonnen, wie der „Transformer of the Year“ auch genannt wird?
Der Preis wird innerhalb der fahrzeugbauenden Werke der Marke Volkswagen vergeben. Es gibt drei Kategorien, die unterschiedlich gewichtet werden. Das meiste Gewicht hat der Fabrikmonitor, da in dieser Kategorie die wesentlichen Kennzahlen zu Produktivität, Kostensenkung und Qualität zusammengefasst werden. Unser Werk Kaluga lag in der Zusammenfassung aller Kennzahlen deutlich vorn. Das ist eine starke Leistung, dafür danke ich meiner Mannschaft.

OLIVER GRÜNBERG (47)

ist seit einem Jahr Geschäftsführer Technik der Region Russland und leitet das Werk Kaluga. Er ist Diplomphysiker und promovierte in Ingenieurwissenschaften. Oliver Grünberg begann 1995 bei Volkswagen im Werk Wolfsburg. Von 2007 bis 2009 übernahm er als Produktionsleiter Verantwortung für die Projekt- und Anlaufphase am Standort Kaluga der Volkswagen Group Rus. Von 2012 bis 2014 verantwortete er das Projekt „Produktionsstätte Nizhnij Novgorod“ und wurde anschließend Chef der Marken-Produktionsplanung von Skoda in Mladá Boleslav in Tschechien. Grünberg ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Sie sind seit einem Jahr Werkleiter in Kaluga. Was zeichnet den Standort aus?
Da das Werk Kaluga aus der Fahrzeugfertigung und dem Motorenwerk besteht und ich auch für unsere Auftragsfertigung in Nizhnij Novgorod verantwortlich bin, ist die Antwort schwer in einem Satz zu fassen. Alle drei Einheiten haben ihre speziellen Stärken. Bei allen gleich ist aber die junge Belegschaft mit einem Durchschnittsalter von ca. 34 Jahren und die Lernwilligkeit und Lernfähigkeit der Mitarbeiter. Das habe ich bisher noch nie in diesem Maß erlebt. Außerdem verfügen wir überall über kurze Wege – sowohl räumlich als auch bei der Entscheidungsfindung. Die Mannschaft, und damit meine ich die Werker an der Linie genauso wie das Management vom Meister bis zur Werkleitung, ist unglaublich schnell im Finden und Umsetzen von Entscheidungen. Das beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.

Wie entwickelt sich der Automarkt in Russland, dem flächenmäßig größten Land der Erde? Sie haben schwierige 
Zeiten hinter sich …
Das stimmt leider. Ich hatte das Glück, meine Stelle anzutreten, als das Tal gerade durchschritten war. Bei meinen vorherigen Einsätzen in Russland habe ich aber auch schon selbst schlechte Zeiten erlebt. Nun aber haben wir wieder den Vorwärtsgang eingelegt, auch weil unsere Kollegen aus dem Vertrieb in Moskau gute Arbeit leisten. Das hat dazu geführt, dass wir die Entscheidung getroffen haben, im Fahrzeugbau in Kaluga wieder eine erste „zarte“ Nachtschicht-Mannschaft aufzubauen. Das Motorenwerk läuft schon seit Anfang dieses Jahres in der Mechanischen Fertigung im Sieben-Tage-Betrieb, weil wir unsere 1,6-Liter-MPI-Motoren inzwischen weltweit exportieren. In Nizhnij Novgorod werden wir in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls zumindest im Zwei-Schicht-Betrieb die Kapazität wieder voll hochfahren. Sie sehen, es läuft alles in die richtige Richtung. Hoffen wir, dass es so bleibt. Wir jedenfalls tun alles dafür.

Sie haben außer in Russland in Deutschland, Tschechien, Bosnien-Herzegowina und Indien gearbeitet. Was bringen Ihnen diese internationalen Erfahrungen?
Eine Menge! Ich finde es wahnsinnig interessant, Wissen weiterzugeben, Mannschaften zu motivieren, sie ins Ziel zu führen und gleichzeitig seinen eigenen Horizont zu erweitern und Erfahrungen in einem anderen Land und sogar anderen Kulturkreisen zu sammeln. Das sind alles Dinge, die einem nur in einem internationalen Konzern wie Volkswagen möglich sind.

Was sind Ihre Ziele für Kaluga?
Als Technischer Geschäftsführer der Volkswagen Group Rus beziehen sich meine Ziele nicht allein auf den Standort Kaluga. Die Fahrzeugfertigung hier muss ihre Kosten in diesem und im nächsten Jahr noch einmal deutlich senken, um die Versprechen zu halten, die wir im Rahmen der Genehmigung weiterer Fahrzeugprojekte abgegeben haben. Wenn das gelingt, kann der Fahrzeugbau im Jahr 2020 nach der Hochlaufkurve voll ausgelastet in eine nachhaltig profitable Zukunft blicken.

Wie sieht es mit dem Motorenwerk und der Auftragsfertigung aus?
Im Motorenwerk wollen wir die Zahl der produzierten Motoren so weit steigern, dass wir sowohl die steigende Nachfrage für den russischen Markt als auch für den Export weiter erfüllen können. Und vielleicht geht danach auch noch ein bisschen mehr. Für die Auftragsfertigung brauchen wir in diesem Jahr den Durchbruch in der Genehmigung neuer Projekte, um den Standort sicher auszulasten und ebenfalls nachhaltig profitabel werden zu lassen. Die entsprechenden Fahrzeugprojekte von Volkswagen und Skoda sind auf einem guten Weg.

Im Sommer findet mit der Fußball-WM das bedeutendste Sportereignis des Jahres in Russland statt. Spüren Sie schon Vorfreude in Ihrer Mannschaft?

Zurzeit spüre ich die Vorfreude auf die WM vor allem bei den aus Deutschland entsandten Mitarbeitern. Die russischen Kollegen waren sehr euphorisch beim Olympiasieg ihrer Eishockey-Mannschaft durch den Finalerfolg über Deutschland. Der russische Fußball wird von den Russen größtenteils nicht besonders ernst genommen, weil Erfolge in diesem Sport eher selten sind. Aber vielleicht ändert sich das bei der WM.

Wird es zur WM Aktionen für die Mitarbeiter geben?

Zur WM werden wir uns sicher noch etwas für unsere Mitarbeiter einfallen lassen – auch als Dankeschön für ihren großartigen Einsatz. Ein Public Viewing zum Beispiel in der Eingangshalle unserer Fabrik kann ich mir gut vorstellen.

»Die Mannschaft hier beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.«

Kaluga

118.500

produzierte Fahrzeuge 2017

4.300

Mitarbeiter in der Fahrzeug- und 
der Motorenfertigung

Modelle:

Tiguan, Polo, Skoda Rapid

Motoren:

EA211 1,6l MPI