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Schönes und Schlimmes

Ehrenamtliches Engagement: Sascha Donougher (28) vom Standort Kassel kämpft in seiner Freizeit gegen die Wasserkrise. Vor eineinhalb Jahren hat er die Hilfsorganisation ynspirewater gegründet.

Sascha Donougher im Norden von Äthiopien, auf einem Waterwalk.

Bei Sascha Donougher läuft’s. Er ist Fußballer mit Profi-Ambitionen, spielt als 16-Jähriger mit dem VfL Wolfsburg in der höchsten B-Jugend-­Liga. Wechselt dann zu den New York Red ­Bulls, weil sein Vater, ein Engländer, für ­Volkswagen in die USA geht. Kehrt nach zwei Jahren zurück nach Deutschland und erhält beim Zweitligisten VfL Bochum einen Vertrag in der Nachwuchself. Kurz vor der Berufung in den Profikader aber verletzt er sich schwer. Karriereende mit 21. Das war vor knapp sieben Jahren.

Fortan heißt es: Büro statt Stadion. Donougher beginnt am Volkswagen Standort Kassel eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation. Studiert nebenbei Betriebswirtschaft und ist heute im After Sales im Change Management tätig. 

„Das Geheimnis im Leben ist Geben.“ Inspiriert durch diesen Leitsatz seines Studienprofessors in den USA beginnt er, Hilfsorganisationen zu unterstützen, um vor allem Kindern in Not zu helfen. Dabei wird er auf die Wasserkrise aufmerksam. „Es macht mich traurig, dass 663 Millionen Menschen keinen Zugriff auf sauberes Trinkwasser haben und alle 90 Sekunden ein Kind aufgrund der Wasserkrise stirbt.“ Für Donougher ein Weckruf und gleichzeitig der Beginn einer neuen Leidenschaft. „Ich habe den inneren Drang gespürt, etwas zu verändern. Um sicher zu sein, dass die Spenden zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommen, habe ich selbst eine Hilfsorganisation gegründet.“ Das ist die Geburtsstunde von ynspirewater. Dabei ist Donougher ein Punkt besonders wichtig: „Jeder Spender soll genau wissen, wo sein Geld hingeht und dass 100 Prozent der Spenden direkt in Wasserprojekte fließen.“

Millionen von Menschen bekommen kein sauberes Trinkwasser. Das will die bei Kassel beheimatete Hilfsorganisation ändern.

» Ich habe den Drang gespürt, etwas zu verändern. «

Der 28-Jährige hat in den vergangenen Monaten während der ehrenamtlichen Tätigkeit für seine Hilfsorganisation viel gesehen und erlebt. Schönes und Schlimmes. „Und ja, manchmal habe ich geweint.“ Zum Beispiel, als er in Äthiopien einen Waterwalk geht. Einen kilometerlangen Weg, den meist Mädchen in brütender Hitze zurücklegen, um in Tonkrügen oder Kanistern Wasser für ihre Familien zu holen. Donougher weiß noch genau, wie anstrengend der Waterwalk ist. „Nach zehn Minuten war ich fertig. Und ich bin durchtrainiert.“ Und noch heute hat er den Geruch des Wassers in der Nase, für das viele unmenschliche Strapazen auf sich nehmen und das für sie überlebenswichtig ist. „Es hat bestialisch gestunken.“

Nach drei Monaten, so Donougher, habe  ynspirewater mit seinem ersten Projekt 350 Menschen in Äthiopien Zugang zu sauberem Wasser verschafft. Bis Ende dieses Jahres soll ein weiteres Projekt umgesetzt sein. Wie? Mithilfe von Spenden beauftrage die Organisation lokale Partner, die Brunnen bauen, Dorfbewohner zu Wasserexperten ausbilden und Schulungen zum Thema Hygiene abhalten. Donougher: „Die Dankbarkeit, Liebe und Freude, die die Menschen ausstrahlen, gibt einem ein unglaubliches Gefühl von Glück.“

ynspirewater

Mehr über die von Sascha ­Donougher gegründete Non-­Profit-Organisation können Sie im Internet lesen unter ­www.ynspirewater.org.