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der Marke Volkswagen

Baureihe

»Es gibt ein stärkeres Wir-Gefühl«

Andreas Krüger hat im September die Leitung der Baureihe G1 übernommen. „Ich war in den ersten Wochen sehr viel unterwegs, habe viele Standorte besucht“, erzählt Krüger, als ihn inside in Wolfsburg zum Interview trifft.

Andreas Krüger ist vom neuen Polo angetan: „Das Auto ist so groß wie nie zuvor, aber immer noch schön handlich.“

Herr Krüger, der neue Polo war in den vergangenen Monaten das bestimmende Thema bei Ihnen in der Baureihe G1. Kehrt jetzt, wo das Auto auf die Straße kommt, etwas Ruhe bei Ihnen ein?
Nein, ganz und gar nicht. Schließlich befinden wir uns aktuell immer noch in der Hochlaufphase. Nach dem SOP dauert es pro Standort etwa 14 Wochen, bis wir die geplanten Stückzahlen in hoher Qualität produzieren.

Müssen Sie in dieser Phase immer noch befürchten, dass irgendwo unerwartete Probleme auftauchen?
Befürchten ist das falsche Wort. Die Werke Pamplona, Uitenhage und Anchieta, wo der Polo gebaut wird, sind gut aufgestellt. Der Anlauf war gut vorbereitet, die Qualität des Produkts stimmt. Aber natürlich sind wir regelmäßig bei den Kollegen vor Ort, um mögliche Anlaufprobleme so schnell wie möglich beheben zu können.

» Qualität geht vor Eile. Und Qualität beginnt ganz früh in der Planung. «

Was sind denn die nächsten Projekte, die Ihre Baureihe vor sich hat?
Es bleibt genug zu tun. Schließlich gibt es neben dem Polo noch einige andere Fahrzeuge, die wir mit G1 in den nächsten Monaten auf die Straße bringen, beispielsweise den Virtus oder den up! GTI. Und auch das Thema Polo wird uns weiter beschäftigen: Die jährliche Modellpflege wird ja auch von uns in der Baureihe gesteuert. Und irgendwann steht auch wieder eine Produktaufwertung an, die ebenfalls von uns verantwortet wird.

Es ist bald zwei Jahre her, dass Volkswagen die Baureihen-Struktur eingeführt hat. Hat sich dieser Schritt aus Ihrer Sicht bewährt?
Ja, absolut. In meinen ersten Wochen als Baureihenleiter habe ich begeistert fest­gestellt, wie gut die Mitarbeiter in der ­Baureihe mit den Kollegen in den Fachbereichen vernetzt sind. Da ist im Vergleich zu früher ein stärkeres Wir-Gefühl entstanden, welches das Unternehmen nach vorne bringt. Wenngleich es an der einen oder anderen Stelle sicherlich noch Potenzial gibt, beispielsweise in der frühen Phase eines Fahrzeugprojekts.

Das ist die Baureihe Small

Der Polo

Die sechste Generation des Bestsellers wird seit wenigen Wochen an den Standorten Pamplona, Uitenhage und Anchieta gebaut.

Der up!

Der up! wird seit 2011 im Werk Bratislava gefertigt. In wenigen Wochen kommt der up! GTI auf den Markt.

Der Jetta

Die Limousine war im Jahr 2016 in Asien das am häufigsten ausgelieferte Volkswagen Modell. Gefertigt wird der Jetta im Werk Chengdu.

Was muss da besser werden?
Wir müssen unsere Projekte sauber aufsetzen, um sie dann sauber ins Ziel zu bringen. Die Kunst ist es, dass man sich dafür im Vorfeld genug Zeit nimmt. Qualität geht vor Eile. Und die Qualität beginnt ganz früh in der Planung. Da benötigen wir Konzeptklausuren, an denen Kollegen aller Fachbereiche beteiligt sind: Entwickler, Designer, Einkäufer, Finanzer, Produktioner, Qualitätssicherer und Vertriebler.

Mit Kleinwagen ist es bekanntlich besonders schwierig, eine gute Rendite zu erzielen.
Das stimmt. Wir bewegen uns in einem Umfeld, in dem der Wettbewerb brutal hart ist.

Zur Person

Andreas Krüger ist seit 1991 bei Volkswagen. Nach verschiedenen ­Stationen in Deutschland, Brasilien ­und China übernahm der Diplom-­Wirtschaftsingenieur und Diplom-­Ingenieur für Elektrotechnik 2012 die Leitung des Vorseriencenters.

Wie beeinflusst das Ihre Arbeit?
Gemeinsam mit den Vertriebskollegen überlegen wir uns gleich zu Beginn des Projekts: Was brauchen wir? Was will der Kunde? Und auf dieser Basis erarbeiten wir dann das Konzept für das Fahrzeug. Wie muss es aussehen? Wie muss es ausgestattet sein? Wichtig ist, dass wir nicht um jeden Preis an etwas Tollem festhalten. Wenn wir unsere Rendite-Ziele damit nicht erreichen können, müssen wir auch mal neu denken. Sonst haben wir in der Klasse keine Chance auf ein vernünftiges Ergebnis.

Als Baureihenleiter sollten Sie von allen ­Themen Ahnung haben. Könnten Sie denn auch noch selbst Autos bauen?
(lacht) Aktuell wohl eher nicht, das ist lange her. Aber ich plane, in nächster Zeit mal in Pamplona oder Uitenhage eine Schicht mitzuarbeiten, um mit den Kollegen an der Linie ins Gespräch zu kommen.

Wir nehmen Sie beim Wort – und werden in inside darüber berichten.