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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Modelle und Technik

Zweite Heimat

GTI1 und Virtus, Fußball und Grillen: inside traf den brasilianischen Entwickler
 Bruno Marques und seine Frau Camila für einen ganz besonderen Nachmittag.

Blauer Himmel, 27 Grad und Vorfreude auf das, was vor uns liegt. Kurzum: großartige Rahmenbedingungen für unseren heutigen Job. Wir, das sind Dirk Schlinkert und Jonas Wetzel, beide Redakteure in der Internen Kommunikation. Immer im Unternehmen unterwegs auf der Suche nach tollen Menschen und guten Geschichten. Auf diesen Mittwoch haben wir uns schon länger gefreut. Denn heute sind wir mit unserem brasilianischen Kollegen Bruno und seiner Frau Camila verabredet. Zu einem gemeinsamen Fußballgucken Public Viewing in Dirks Garten und zum Treffen der Lieblingsautos aus unseren Heimatländern.

Fast zeitgleich treffen wir uns am Stadion des VfL Wolfsburg, Dirk und ich im feuerroten Golf GTI, einem echten Wolfsburger Original. Camila und Bruno kommen im silbernen Virtus, der neuen Limousine mit Stufenheck für Südamerika. Bruno ist stolz auf das Auto, das in seinem Heimatland gebaut wird. Es läuft in Anchieta vom Band. Da hat Bruno vor mehr als zehn Jahren in der Entwicklung angefangen und den Virtus in die Serie begleitet, meist in Anchieta, manchmal von Wolfsburg aus.

An der Wiege des deutschen Fußballs: Bruno und Camila Marques in Fan-Trikots mit den inside-Redakteuren Dirk Schlinkert und Jonas Wetzel in Braunschweig. Dort fand vor mehr als 140 Jahren das erste Fußballspiel in Deutschland statt.
Halbzeitpause: Die Fußballfans aus Brasilien und Deutschland stärken sich mit einer frisch gegrillten Bratwurst.
Emotionen pur beim Public Viewing, als die deutsche Nationalmannschaft ihre Chancen nicht nutzt.

Inzwischen hat das Hin- und Herreisen über den Atlantik ein Ende gefunden. Seit über zwölf Monaten arbeitet er als Mitarbeiter aus Anchieta schon in Wolfsburg in der Gesamtfahrzeugentwicklung und hat neue Projekte übernommen. Beim Virtus aber ist er geblieben. „Es ist ein schönes, großes und sicheres Auto. Wir treffen damit genau den Geschmack der Südamerikaner“, sagt der 29-Jährige. Das belegen auch die Absatzzahlen, der Virtus ist beliebt. Besonders den großen Kofferraum und die moderne Technik mögen seine Landsleute. „Volkswagen ist bei uns daheim eine Marke, die für Wertigkeit steht. Man bezahlt etwas mehr, bekommt aber viel für sein Geld“, erklärt Bruno, der in Brasilien Elektrotechnik studiert hat.

Mit seinem Aufenthalt in Deutschland tritt der junge Mann in die Fußstapfen seines Vaters. Dieser war von 1999 bis 2001 in Wolfsburg tätig. Auch Technische Entwicklung, ebenfalls Gesamtfahrzeugentwicklung. Bruno ging damals in Wolfsburg zur Schule, lernte Deutsch und nahm später in Brasilien weiter Deutsch-Unterricht, auf eigene Kosten. Camila hat er mit seinem Ehrgeiz angesteckt, auch sie spricht mittlerweile fast fließend Deutsch. Gleich nach der Ankunft in Wolfsburg im Frühjahr 2017 nahm sie Unterricht und kann sich mittlerweile gut verständigen. Das Ziel der studierten Chemikerin ist ein Job bei einem der großen deutschen Konzerne, die rund um São Paulo ihre Niederlassungen haben.

Vor gut zehn Monaten feierte der Virtus in São Paulo seine Weltpremiere. Seit Februar 2018 steht die Limousine bei den Händlern und hat seither mehr als 21.000 Kunden in Brasilien gefunden. Mehr als 10.000 Modelle wurden nach Argentinien, Chile, Peru, Uruguay und Paraguay ausgeliefert.

Die Stufenhecklimousine im Kleinwagen-Segment fertigen die Mitarbeiter im Werk Anchieta. Sie ist 4,48 Meter lang – 42,5 Zentimeter länger als der Polo. Mit 521 Litern ist die Limousine beim Kofferraumvolumen die beste ihrer Klasse. Sie steht auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) und hat u. a. das Active Info Display und das 8-Zoll-Discover Media Infotainmentsystem an Bord. Der TSI Total Flex Motor (Ethanol) leistet 94 kW / 128 PS. und erreicht in der Spitze 194 km/h.

Der Virtus

Die neue Limousine aus Brasilien

Zwichenstopp in Braunschweig am Haus der Wissenschaft. Ein historischer Ort mit großer Bedeutung für den deutschen Fußball. Denn nur wenige Meter von hier fand 1874 das erste Fußballspiel auf deutschem Boden statt. Auf dem Weg zum Fernsehgucken Public Viewing sprechen wir noch kurz über Camilas und Brunos Eindrücke von Deutschland. Sie mag die Sicherheit hierzulande und die kurzen Wege in andere Länder Europas. Ihm fällt spontan ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag ein: „Ich habe in Deutschland viel gelernt. Wenn ich wieder zu Hause bin, will ich die deutsche Strukturiertheit mit brasilianischer Gelassenheit kombinieren. Das wäre die perfekte Mischung!“

Pünktlich erreichen wir das „WM-Studio“ in Dirks Garten. Camila und Bruno nehmen in der ersten Reihe Platz und fiebern gleich voll mit. Viele deutsche Weltmeister spielen mit, Bruno kennt sie alle „aus leidvoller Erfahrung von 2014“, wie er meint. In der Halbzeitpause der Südkorea-Partie gibt es Bratwurst. „Zusammen Fußball schauen mit der Familie und Freunden,  das kennen wir von zu Hause. Die Bratwürste sind super, in Brasilien grillt man aber eher Rindfleisch“, deckt Camila einen kleinen Unterschied auf. Am Ende des Spiels steht das Aus für die deutsche Nationalelfalmannschaft. Unsere brasilianischen Gäste sind betroffen und sprechen uns Trost zu: „Wir fühlen mit euch, Deutschland ist unsere zweite Heimat. Aber Kopf hoch, es geht immer weiter.“

Doch um lange traurig zu sein, dafür war der Tag viel zu schön. Am Abend machen die Brasilianer es es besser und ziehen ins Achtelfinale ein. Bei der Verabschiedung kommen wir noch auf den GTI zu sprechen. Bruno nimmt hinter dem Lenkrad Platz. Behutsam streicht er über die roten Ziernähte und fasst dann an den Schaltknauf im Golfball-Design. „Da steckt so viel Liebe zum Detail drin. Der GTI ist eine richtige Legende. Es wäre toll, wenn wir das in einigen Jahren auch vom Virtus sagen könnten.“

Seit 1976 ist der GTI eine Legende bei den sportlichen Modellen in der Klasse der kompakten Autos. Bis heute. Heute ist die Spitze der GTI Baureihe der Golf GTI mit dem Beinamen „Performance“2. Sein Turbomotor entwickelt 180 kW / 245 PS und bringt ein Drehmoment von 370 Newtonmeter auf die Straße. Nur der Golf R3 ist stärker. Der schickt 400 Newtonmeter auf vier Räder. So befeuert, beschleunigt der Golf GTI Performance in 6,2 Sekunden auf 100 km/h. Mit Sechs-Gang-Handschalter erreicht er eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h, mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) sind es sogar 248 km/h.

Der Golf GTI läuft in der siebten Generation im Stammwerk der Marke in Wolfsburg vom Band, zusammen mit den anderen Modellen aus der Golf Familie. Im ersten Halbjahr 2018 haben die Wolfsburger Mitarbeiter im Durchschnitt etwas mehr als 800 GTI Modelle in der Woche gebaut. In Summe wurden bis heute über sieben Generationen mehr als zwei Millionen Golf GTI gefertigt.

Der Golf GTI

Der Klassiker aus Wolfsburg