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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Baureihe

Volumen ist nicht alles

Regelmäßig stellt sich Markenchef Herbert Diess den Fragen der Mitarbeiter. Diesmal in Wolfsburg mit Produktionsvorstand Thomas Ulbrich.

Welche Vision ­haben Sie für den MEB?

Mitarbeiter Karosseriebau

Ich wünsche mir, dass wir den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) als Chance für eine komplett neue, wettbewerbsüberlegene Architektur begreifen. Mit ihr werden wir Autos 40 Prozent schneller bauen. Der MEB gibt uns Freiraum zum ­Gestalten. Den sollten wir nutzen – in enger Zusammenarbeit zwischen Technischer Entwicklung und Produktion.

Sollen wir künftig Produktions­werkzeuge ohne Änderungen ­fertigen?

Mitarbeiter Prozesssteuerung

Das ist ein herausforderndes Ziel. Nur seien wir realistisch: Ganz ohne Änderungen wird es nicht gehen. Anzahl und Umfang sollten wir aber deutlich reduzieren. Ebenso komplette Umwürfe in der späten Phase der Fahrzeug­entwicklung.

Wie schaffen wir den Spagat zwischen der Qualität und den Marktbedürfnissen vor Ort?

Mitarbeiter Montageplanung

Höchste Qualität soll uns weiterhin von Wettbewerbern im Volumensegment unter­scheiden. Je nach Markt heißt Qualität etwas anderes, zum Beispiel in Bezug auf Materialien und Spaltmaße. Fehlerfreie Autos und eine lange Gewährleistung wollen hingegen alle. Unsere Qualitätsstandards müssen die spezifischen Anforderungen der Märkte treffen. In Chattanooga läuft gerade ein Pilotprojekt zu Abnahmestandards. Das beobachten wir sehr genau. Aber Qualität und Wertigkeit aufzugeben – das wäre völlig falsch.

Hohe ­Inves­titionen in Zukunfts­technologie, dazu strenge CO2-­Ziele: Wie schaffen wir das finanziell?

Mitarbeiter Prüfmittelbau

Das wird anstrengend, ganz klar. Aber mit der Strategie TRANSFORM 2025+ und dem Zukunftspakt haben wir einen guten Plan. Bis 2020 peilen wir vier Prozent Umsatz­rendite an. Das brauchen wir mindestens für unser Kern­geschäft und einen Teil der anstehenden Investitionen. Bis 2025 wollen wir sechs Prozent erreichen, um uns alle Zukunftsthemen leisten zu können. Ent­schei­dend wird sein, dass wir den Zukunftspakt schnell und ­konsequent umsetzen.

Statt der Vor­stände ­müssten doch die Bau­reihen-Leiter ­über wichtige ­Änderungen am Fahrzeug entscheiden, oder?

Mitarbeiter Pilothalle

Das stimmt, aber die Baureihen sind erst seit Kurzem ­aktiv. Jeder gibt sein Bestes, aber natürlich läuft noch nicht alles rund. Das braucht Zeit. Wir müssen die Baureihen trainieren: ­fördern und fordern.

Welche Ziele ­wollen Sie noch erreichen?

Mitarbeiter Vorplanung

Ich will das Unternehmen zukunftsfähig machen. Bei den Anläufen haben wir ­Fortschritte gemacht, die Regionalisierung ist auf dem Weg und wir haben Top-Leute an Bord. Insgesamt kommen wir gut voran. Wir müssen nur aufpassen, dass wir schnell genug sind. Die Konkurrenz sitzt uns im ­Nacken und ist uns an einigen Stellen vo­raus.

Was bewegt Sie ganz persönlich?

Mitarbeiter Vorplanung

Das Thema Verantwortung. Ich wünsche mir, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sich traut, klare und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Die Frage muss sein: Wie würde ich entscheiden, wenn das Unternehmen mir gehört? Natürlich ist das anstrengender, als nur nach oben zu schauen. Aber dafür hat man das Gefühl, mit­gestaltet zu haben. Und man kann stolz auf seinen Beitrag sein.

Wir vergleichen uns oft mit anderen Auto­herstellern. Müssen wir immer die Ersten sein?

Mitarbeiter Planung ­Automatisierungstechnik

Ich finde es gut, dass wir gewinnen ­wollen. In den letzten Jahren haben wir uns allerdings stark auf das Volumen ­konzentriert. Aber das ist nicht alles. Wir müssen Gewinne erwirtschaften, um unsere Zukunft zu sichern. Vor allem müssen wir unsere Prozesse weiter verbessern. Dabei spielen Sie in der Produktion eine große Rolle. Für einen Volumenhersteller wie uns sind sichere und effiziente Prozesse sehr wichtig – in der Produktion, in der Entwicklung und zwischen den Bereichen während der Anläufe.