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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Modelle und Technik

Von der Sitzkiste zum Prototyp

Pascal Horn und Christian Rossbach berichten in inside, wie sie als Entwickler-­Tandem den neuen Polo von der Konzeptphase zur Serienreife gebracht haben – ein Blick auf 33 Monate Polo Entwicklung.

Noch ist das Polo Geheimnis nicht gelüftet: Wie sieht die neue Generation aus? Sie wissen es schon lange vor der Weltpremiere – das Polo Tandem Pascal Horn und Christian Rossbach.

Ihre Stunde schlägt im Herbst 2014, als die neue Polo Generation ihr erstes großes Ziel erreicht. Das Konzept steht und hat die Entscheidungsgremien passiert. Die technischen Daten und die Grundzüge des Designs sind damit fest­gelegt. Das Modell geht nun über in die Gesamtfahrzeugentwicklung. Das ist die Geburtsstunde des Polo Tandems: Zwei Entwickler halten ab jetzt in der Mannschaft der Gesamtfahrzeugentwicklung die Fäden zusammen. Ihre Aufgabe: den neuen Polo fertig zu entwickeln und zur Serienreife zu bringen.

Pascal Horn ist Ingenieur für Fahrzeugtechnik und seinerzeit gut 15 Jahre als Entwickler an Bord. Er hat den Kleinwagen Lupo begleitet und auch früh Kontakt zum Polo. 2001 war das, als die Entwicklung der vierten Generation begann. Er ist ein alter „Polo Hase“ und übernimmt die Rolle des Fachgruppensprechers im neuen Polo Tandem. An seine Seite tritt als Typbegleiter mit Christian Rossbach ein Ingenieur für Fahrzeugbau, damals mit 29 Jahren noch ein Youngster. Auch für ihn ist der neue Polo kein Unbekannter. Er kennt ihn von Anfang an. Rossbach hat die Neuauf­lage des Polo schon in der Konzeptphase begleitet, bevor er dann in die Gesamtfahrzeugentwicklung wechselte – dem neuen Polo hinterher.

So fährt der neue Polo – erste Pressestimmen

 » Die Assistenzsysteme stehen denen des großen Bruders in nichts nach. Das bietet  derzeit kein ­anderer in dieser Klasse. «

bild.de

Für beide Entwickler ist diese Aufgabe die bisher größte Herausforderung bei Volkswagen. „Den neuen Polo weiterzuentwickeln ist eine Riesennummer“, sagt der 31-jährige Rossbach. „Der Polo muss überall perfekt sein. Er ist der Klassen­primus.“ Sein Tandempartner Horn stimmt zu: „Die Erwartungen an uns sind von Anfang an hoch gewesen. Da fragt jeder Chef zweimal nach.“ Sie mussten als Tandem immer den ganzen Polo im Blick haben – vom USB-Stecker in der Mittelkonsole über die Stoßfänger bis zur Plattform, die auch ganz neu ist. Denn der Polo wechselt in der sechsten Generation auch auf den Modularen Querbaukasten (MQB).

Testfahrten bei mehr als 38 Grad – nationale wie internationale Journalisten testeten Prototypen des Polo in Südafrika.

Christian Rossbach

Rossbach (31) ist gelernter Kfz-Mechaniker und hat später in Hamburg Fahrzeugbau studiert. Der gebürtige Münsterländer und Hobby-Fußballer kommt 2010 nach Wolfsburg und entwickelt die Konzepte für Golf Variant, Touran und Polo. Den neuen Polo bringt er dann als Typbegleiter im Polo Tandem zur Serienreife. Im Februar 2017 ist er in die Abteilung „virtuelle Absicherung“ gewechselt, die früh in der Konzeptphase die Entwicklung der Modelle begleitet.

Ergänzen Sie bitte, Herr Rossbach.

Ich schätze besonders am neuen Polo, dass … er im Innenraum vieles anders macht als der Vorgänger, aber dennoch ein Polo bleibt.
Mein wichtigstes Erlebnis mit dem neuen Polo war, dass …bei einer Erprobung unser oberster Chef aus einem Prototyp des GTI mit einem Lächeln ausstieg. Das sagte mehr als tausend Worte.
Ich wünsche dem neuen Polo, dass … er so erfolgreich bleibt, wie er ist, und es wieder vielen recht macht.

Besonderes Augenmerk legen die beiden Entwickler auf die Kundensicht. Ein kleines Beispiel ist die beste Lage des ­Cupholders in der Mittelkonsole. „Wir haben genau darauf geachtet, dass der Fahrer einen Becher leicht greifen kann“, erzählt Rossbach von einer frühen Testfahrt, als der Polo noch eine sogenannte Sitzkiste war. „Wir konnten viele Lösungen im neuen Polo finden, die für die Kunden praktisch und gut sind.“

» So fährt sich ein Polo und so fährt sich in der kleinen Kompaktklasse kein anderer. «

stern.de

» Das Fahrwerk­ federt locker über den rauen Asphalt hinweg und wirkt dabei nicht weich oder schwammig. «

motor-talk.de

Das Polo Tandem passt gleich gut zusammen und organisiert seine Aufgaben arbeitsteilig. Horn ist, wie er selbst sagt, im Tandem der „Innenminister“. Er hat seine Basis in der technischen Entwicklung in Wolfsburg und kümmert sich um die vielfältige Gremienarbeit. In die Rolle des „Außenministers“ schlüpft sein Partner Rossbach. Er lebt viel aus dem Koffer und reist mit, wenn das Polo Modell auf die Erprobungen in der ganzen Welt geht. „Wir haben immer Hand in Hand gear­beitet und uns ausgezeichnet ergänzt“, sagt Horn. So konnten sie sich auch gegenseitig vertreten, wenn es erforderlich war. In der heißen Vorserienphase wechseln sie sich im Werk Pamplona ab, wo der neue Polo gebaut wird, und begleiten so als Tandem den Aufbau der ersten Serien­fahrzeuge vor Ort.

Pascal Horn

Der Diplom-Ingenieur für Fahrzeugbau (47) kommt nach dem Studium in Braunschweig 1999 in die Gesamt­fahrzeugentwicklung in Wolfsburg. Da kümmert er sich um den Vorderwagen im Lupo und Polo, später dann auch im Touran und Eos. Ab 2009 begleitet er den e-Golf und wird 2014 Fachgruppensprecher der Neuauflage des Polo. Er bleibt dem Polo verbunden, auch in seiner neuen Tätigkeit. Seit Februar leitet Horn das Projekthaus small für die ­Modellfamilie von up! und Polo.

Ergänzen Sie bitte, Herr Horn.

Ich schätze besonders am neuen Polo, dass … er im Innenraum wie im Kofferraum stark gewachsen ist. Der GTI ist für mich das Sahnehäubchen.

Mein wichtigstes Erlebnis mit dem neuen Polo war es, … den Prototyp selbst zu fahren und zu erleben, wie gut er sich auf der Teststrecke schlägt.
Ich wünsche dem neuen Polo, dass … er in den ersten Vergleichstests der Motorpresse gut abschneidet und sich viele Kunden für ihn entscheiden.

» Bei der Testfahrt erweist sich der Aufsteiger tatsächlich als erwachsenes, spürbar gereiftes Auto. Der Polo jetzt mit Platzreife in der Golfklasse. «

faz.de

Bei den Testfahrten geht es für beide Entwickler um viel. Da wird jedes Detail des Autos auf Herz und Nieren getestet und beurteilt. Da fallen auch die finalen Entscheidungen beispielsweise über das Fahrwerk, die Fensterheber oder die Assis­tenten. „Am Anfang dachte ich, wir schaffen es nie, das neue Modell in die Vorserie zu bringen“, erinnert sich Rossbach. „Aber Schritt für Schritt wurde es besser, und bald war Licht am Ende des Tunnels zu sehen.“ Entscheidend ist eine Winterfahrt 2016, als vieles endgültig entschieden wird. Es gibt noch kleine Änderungen. Wenige Wochen später gibt die Gesamtfahrzeug­entwicklung grünes Licht für den neuen Polo. Jetzt ist der Weg frei für die Über­gabe des Neuen in die Serie, um die ersten Polo auf der Linie zu bauen. Das Tandem hat seine Arbeit getan.

» Die gewachsenen Abmessungen sind verbunden mit größerem Radstand und mehr Spurbreite. «

autocar.co.uk

Der große Kleine –  wie der Polo wurde,  was er ist