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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Strategie

„Wir haben einen guten Plan“

Michael Jost kennt als Chef-Stratege der Marke den Kurs, den Volkswagen einschlagen wird – von der Unternehmensstrategie über die Antriebe bis zum Produktportfolio. inside fragte nach, welche Rolle SUVs und Elektromobilität spielen.

Michael Jost, Leiter Strategie der Marke Volkswagen, ist überzeugt, dass eine starke SUV-Welle die Marke noch lange tragen wird.

Herr Jost, Sie entwerfen die Zukunft unserer Modelle. Besitzen Sie eigentlich eine Glas­kugel?

Nein, aber einen glasklaren Blick auf unser Marktmodell. Die Strategie muss daraus ein emotionales, attraktives und wirtschaftliches Portfolio ableiten. Ein Produktportfolio beginnt mit gründlicher Analyse. Wir stützen unsere Arbeit auf Statistiken und Marktforschung. Zum Beispiel: Wer ist unser Kunde? Vorlieben, Alter, Kaufbereitschaft – all das versuchen wir herauszulesen. Und zwar für jedes Segment, für jedes Auto, weltweit. Vom up! bis zum Atlas. Vorlieben aus der Vergangenheit und Gegenwart gepaart mit aktuellen Trends weisen uns den Weg ins Morgen.

Morgen bedeutet für die Marke SUV. 2020 wird Volkswagen weltweit 19 solcher Modelle im Programm haben. Warum?

Emotionales Design, hohe Sitzposition, bequemes Ein- und Aussteigen, Platzangebot, Sicherheitsgefühl, Zugkraft – ein SUV hat aus Kundensicht viele Vorteile. Die ersten SUVs waren im Premium-Segment angesiedelt. Mittlerweile demokratisieren wir das SUV-Angebot. Bestes Beispiel ist der T-Roc. Er ist kompakter und preislich unterhalb des Tiguan positioniert und damit für viele Menschen erreichbar.

Was macht Sie so sicher?

Der T-Roc ist im Kompakt-Segment angesiedelt, dem größten Segment der Automobilbranche mit enormer Kaufkraft. In viele Haushalte passt das Crossover hervor­ragend. Vor allem für Europa ist er maßgeschneidert und wird seinen Weg gehen.

I.D. Crozz – unser SUV der Zukunft

Vor wenigen Monaten hat die Marke Volkswagen auf der ­Automesse in Shanghai den I.D. Crozz vorgestellt. Der elektrisch angetriebene Viertürer ist das dritte Mitglied der I.D. Familie. Das Crossover ist ein Coupé und ein SUV zugleich. ­Seine Produktion soll 2020 ­anlaufen.

» Die Verbindung SUV und Elektroantrieb ist kein Widerspruch. «

Wenn 2020 die Elektro-Offensive mit dem I.D. startet – ist der SUV-Boom dann schon wieder vorbei?

Ich bin überzeugt, die SUV-Welle ist stark und wird uns lange tragen. Die Verbindung mit dem Elektroantrieb ist auch kein Widerspruch. Nehmen Sie den I.D. Crozz – groß wie ein Tiguan und vollelektrisch. Unser Plan ist, dass wir fast alle heutigen Fahrzeugarten und -größen auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) abbilden können. So haben wir viele Möglichkeiten und einen großen Wett­bewerbsvorteil.

Welche Rolle wird der MEB in der elektrifizierten Welt spielen?

Bereits heute fahren viele Fahrzeuge im Konzern mit Technik, die unsere Marke entwickelt hat. Darauf können wir stolz sein. Mit dem MEB bietet die Marke Volkswagen neben dem Modularen Querbaukasten (MQB) einen weiteren flexiblen Baukasten als Konzernstandard an. Durch seine skalierbare Architektur können wir alle zukünftigen Fahrzeughüte weltweit auf seiner Basis realisieren.

Der MEB läutet also ein neues Zeitalter ein?

Ja, und das nicht nur in Sachen Antrieb. Unser Plan ist es, unsere Autos künftig während des gesamten Lifecycles up to date zu halten. Und zwar mehr als mit täglich aktualisierten Straßenkarten, denn das ist schon bald Standard. Ich rede auch von Upgrades. Ein Beispiel: Sie kaufen 2025 einen gebrauchten I.D., wollen aber weitere Funktionen als der Vorbesitzer und die bes­te Connectivity an Bord. Beim Händler werden Sie dann durch ein Upgrade Ihre Wunschkonfiguration erhalten. Das ist neben dem Wechsel vom konventionellen zum elektrischen Antrieb die zweite Transformation, die wir gestalten werden. Und diese Technik wird nach und nach auch Einzug in unsere MQB-Fahrzeuge finden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Marke?

Dass unser Plan in Erfüllung geht. Dazu müssen wir unsere aktuellen Herausforderungen meistern und weiter die Komplexität in unseren Fahrzeugprojekten verringern. Dann müssen wir uns fokussieren und mit Begeisterung den Plan umsetzen. Jeder an seinem Platz.