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Zwei Werke, zwei Anläufe

Im spanischen Pamplona läuft seit wenigen Wochen der neue Polo, im portugiesischen Palmela der T-Roc vom Band. lm Interview sprechen die Werkleiter Emilio Sáenz (Pamplona) und Miguel Sanches (Palmela) über die Anläufe.

Herr Sanches, Herr Sáenz, haben Sie sich in den vergangenen Wochen mal über die Anläufe in Ihren Werken  ­ausgetauscht?
Sanches: Natürlich. Wir hatten engen Kontakt und haben oft unsere Erfahrungen aus­getauscht. Außerdem bin ich den Polo bei Erprobungsfahrten gefahren.
Sáenz: Ich war selbst sieben Jahre in Palmela und habe dort mit Miguel zusammengearbeitet. Seither kennen wir uns gut, tauschen uns häufig aus und unterstützen uns gegenseitig.

Welche Bedeutung hat der neue T-Roc für Palmela, Herr Sanches?
Sanches: Der T-Roc wird unser Werk voll auslasten und sichert ein nachhaltiges Wachstum.

Und der Polo für Pamplona, Herr Sáenz?
Sáenz: Der Polo sichert die Arbeit die nächsten 10 bis 15 Jahre. Außerdem ­werden wir Ende nächsten Jahres mit der Fertigung eines zweiten Modells ­beginnen – das erste Mal eine ­Fertigung neben dem Polo

Was ist das Besondere an den ­beiden aktuellen Anläufen?
Sanches: Der T-Roc ist für uns mehr als ein neues Modell. Der Anlauf markiert in Bezug auf Stückzahlen und Beschäftigung den Beginn ­einer neuen Ära für den Standort Palmela.
Sáenz: Der Polo läuft auf einer ganz neuen MQB-Plattform an. Das bringt viele Veränderungen mit sich. Daher mussten wir bei uns im Werk vieles umbauen.

Werk Pamplona

4.583
Beschäftigte

296.800
Polo der fünften Generation liefen 2016 in Papmplona vom Band

Emilio Sáenz ­(55)

Der Spanier ist seit 2014 Werkleiter in Pamplona sowie Geschäftsführer von Volkswagen Navarra. Zuvor war er schon in Spanien und Argentinien für Volkswagen im Einsatz.

Waren Sie in Ihrer Zeit bei Volkswagen schon an anderen Anläufen beteiligt?
Sanches: Ja, hier in Portugal beim Sharan, Eos und Scirocco, vorher bei Jetta, Beetle und Golf in Puebla in Mexiko.
Sáenz: Ich erinnere mich gut an den Anlauf des vorherigen Polo, als ich schon ­einmal am Standort die Verantwortung hatte. Seitdem haben wir mehr als 2,5 Millionen Polo gebaut.

Gab es bei den aktuellen Anläufen Heraus­forderungen, die Sie überrascht haben?
Sáenz: Ich nenne Ihnen zwei: die Fertigung der Karossen mit neuen Anlagen und Technologien und das Lackieren des zweifarbigen Daches mit der neuen „digital printing“– Technik. Da sind wir der erste Standort in Europa, der diese Technik in den ­Lackier­prozess einführt.
Sanches: Wir folgten den Regeln des Produkt­entstehungsprozesses (PEP). Überraschungen gab es daher kaum. Und die, die es gab, konnte unsere Mannschaft gut bewältigen.

Wie lange hat sich Ihr Team auf den Serienanlauf vorbereitet und wie viele Mitarbeiter waren ­daran beteiligt?
Sanches: Vor vier Jahren haben wir mit den Vor­bereitungen begonnen. 20 Mitarbeiter aus allen Bereichen waren in Wolfsburg und haben sich dort das nötige Know-how geholt. Dieses Wissen haben sie dann hier in Palmela an die Kollegen weitergegeben. Letztendlich waren dann 280 Mitarbeiter bei uns am ­Standort in den Anlauf eingebunden.
Sáenz: Wir bereiten den Polo Anlauf seit fast drei Jahren vor. Daran waren etwa 300 Mitarbeiter beteiligt.

» Ein Anlauf ist ein Langstreckenlauf, bei dem man täglich Hürden überwinden muss. «


Werk Palmela

4.377
Beschäftigte

85.200
Autos wurden 2016 in Palmela gebaut (Volkswagen Scirocco und Sharan, Seat Alhambra)

Miguel Sanches (48)

Der Portugiese, der seine berufliche Laufbahn 1993 bei Volkswagen Autoeuropa begann, leitet seit 2016 das Werk in Palmela. Zuvor war er fünf Jahre lang bei Volkswagen de México.

Wie hat sich das Werk in Palmela vor dem ­Serienstart verändert?
Sanches: Wir haben im Karosseriebau und an der Fertigungslinie alles auf den MQB ­um­gestellt. Darüber hinaus haben wir eine neue Lackiererei, um den T-Roc auch in zwei ­Farben lackieren zu können.
Sáenz: Bei uns in Pamplona hat sich auch sehr viel getan. Die Einführung der neuen MQB-Plattform führte zu einer großen Erweiterung des Karosseriebaus und zu erheblichen Änderungen in der Montage.

Welche Unterstützung hatten Sie aus ­Wolfsburg?
Sanches: Wir hatten schon ganz früh enge Kontakte und haben ein vertrauensvolles und effizientes Netzwerk gebildet. So sind wir ein starkes Team geworden.
Sáenz: Die Markenplanung der Pilothalle und die Entwicklung haben uns sehr geholfen. ­Dabei konnten wir auch die Erfahrungen einbringen, die wir bei der Vorgänger-Generation des Polo gesammelt haben.

Apropos Erfahrung: Profitieren die Standorte in Südafrika und Brasilien von Ihrem Wissen? Schließlich läuft der Polo dort bald auch an.
Sáenz: Selbstverständlich. Seit Oktober waren schon mehr als 200 Kollegen aus Südafrika und Brasilien zu einer Art Ausbildung bei uns. Leitwerk des Polo zu sein, gewinnt während so einer Anlaufphase noch einmal an Bedeutung.

» Unsere ganze Mannschaft hat großartige Arbeit geleistet. «


Was war für Sie beide der schönste Moment bei diesem Serienanlauf?
Sanches: Die Aufregung und dann die Freude der ganzen Mannschaft, als die ersten T-Roc vom Band liefen.
Sáenz: Das war vor knapp zwei Wochen, als alle drei Schichten am neuen Polo gearbeitet haben. Da wusste ich, dass wir den Anlauf im Griff haben. Der ganze Standort ist mit im Boot und wir verbessern uns von Woche zu Woche.

Sind Sie stolz auf Ihre Mannschaft?
Sanches: Ja, sehr. Sowohl auf die technischen Kenntnisse meiner Mannschaft als auch auf ihren Einsatz und ihre ­Fähigkeiten, sich auf ein gemeinsames Ziel zu fokussieren.
Sáenz: Ein Anlauf ist ein Lang­streckenlauf, bei dem man täglich Hürden über­winden muss. Unsere ganze Mannschaft hat großartige ­Arbeit ­geleistet.

Wie gefällt Ihnen der T-Roc?
Sanches: Ein außergewöhnliches Auto im Aussehen, wie es fährt und sich anfühlt.

Und der neue Polo?
Sáenz: Spitze. Der Polo ist ein großer Sprung nach vorn – vor allem bei der Qualität, Fahrdynamik, Sicherheit und dem Infotainment.