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Innovationen

Wenn das Handy
zum Schlüssel wird

Der Digital Key ist ein elektronischer Autoschlüssel im Smartphone. Ende 2018 soll er für die neuen Passat Modelle erhältlich sein.

Wohl jeder kennt das: Die Zeit drängt, man hat irgendwie den Autoschlüssel verlegt. Griffbereit ist dann aber meist das Handy. Es kann die Lösung in dieser Situation bringen. Voraussetzung dafür ist, dass es den digitalen Schlüssel hat.

Der Digital Key ist ein digitaler Auto­schlüssel auf dem Smartphone. Als Schlüssel dient da ein Sensor, der bereits heute in beinahe allen Mobiltelefonen steckt. Diesen Schlüssel erkennt ein Lesegerät im Griff der Fahrertür. Man hält das Smartphone ganz einfach gegen den Griff – und das Auto wird entriegelt. Danach legt man das Handy ins Ablagefach in der Mittelkonsole. Es stellt eine Verbindung zum Auto her, hebt so die Wegfahrsperre auf und man kann wie sonst per Startknopf das Auto anlassen.

Wer den Digital Key haben soll, entscheidet der Besitzer des Autos. Denn wer das Auto fahren will, muss sich und sein Handy zuerst auf Car-Net registrieren. Das schafft Sicherheit. Car-Net – das sind Services, Dienste und Apps, die Volkswagen Modelle mit dem Smartphone und Internet verbinden. Der digitale Schlüssel – einmal bei Car-Net registriert – kommt dann ohne Internet aus. Der Clou: Der Besitzer reicht den Schlüssel nicht mehr per Hand weiter. „Der Schlüssel wird über das Smartphone versendet. Beim Nutzer entsteht so ein Wow-Effekt“, erzählt René Neitzel, der das 11-köpfige Entwicklungsteam des Digital Keys in Wolfsburg leitet. Ein Vorteil dieser Technik: Sollen Freunde beispielsweise Gepäck in den Kofferraum laden oder die Kinder Einkäufe herausholen, erhalten sie den elektronischen Schlüssel direkt auf ihr Smartphone. Und schon kann es losgehen.

15 solcher Berechtigungen kann ein Autobesitzer verteilen und auch wieder entziehen. Darüber hinaus erhält er eine Smartcard. Diese Karte wird zum Schlüssel, wenn das Auto einmal in die Werkstatt muss. Sollte das Smartphone kaputt, der Akku leer oder die Karte verlegt sein, kommt wie bisher ein echter Schlüssel mit Bart und Tasten zum Zuge. Er ist dann der letzte Rettungsanker.

Keine Sorge – auch in Sachen Sicherheit steht der Digital Key dem analogen Schlüssel in nichts nach. Sollte das Handy einmal verlorengehen oder gestohlen werden, setzt man alle Einstellungen im Auto oder über die Car-Net-App zurück und die Verbindung zwischen Auto und Smartphone ist gelöscht.

Voraussichtlich mit dem Facelift des Passat wird der Digital Key in die Volkswagen Modelle Einzug halten. Dadurch wird dann auch das Carsharing einfacher: Wer sich ein Auto teilt, kann gleichzeitig über mehrere Schlüssel verfügen, ohne diese herumreichen zu müssen. Darüber hinaus kann man damit bald den Kofferraum als Briefkasten nutzen: „Der Briefträger kann das Auto über den digitalen Schlüssel öffnen und Briefe und Pakete hineinlegen“, erklärt der 36-jährige Mechatroniker Neitzel. Eines kann der Postbote dann allerdings nicht – starten und wegfahren.

Das „Digital Key“-Team aus dem Bereich Car-Net-Funktionen und -Innovationen
(von rechts):

Projektleiter René Neitzel, Jan-Eric Eichhorn, Hannes Haupt, Janina Pfeiffer, Sihem Amiri, Per Ulrich, Nedoma Pravoslav, Timo Chorrosch, Andreas Ortner, Thorsten Walenzyk und Benjamin Gnauk.