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» Der Monitor ist wie ein Katalysator «

Christof Spathelf ist bei der Marke Volkswagen erster Ansprechpartner für Larry Thompson und dessen Team. Im Interview mit inside erklärt er, warum das Unternehmen vom Einsatz des Monitors profitieren kann.

Bisher sei die Zusammenarbeit mit dem Monitor und dessen Team sehr kooperativ, sagt Christof Spathelf.

Herr Spathelf, was müssen wir uns unter dem Projektbüro Monitorship vorstellen?
Wir haben das Unternehmen auf der einen und den Monitor auf der anderen Seite. Wir als Projektbüro sind so etwas wie das Scharnier dazwischen. Wir sorgen dafür, dass der Monitor die Kontakte im und die Informationen aus dem Unternehmen bekommt, die er haben möchte.

Warum fiel die Wahl auf Sie, als ein Leiter für das Projektbüro gesucht wurde?
(lacht) Das müssen Sie vielleicht besser diejenigen fragen, die mich da eingesetzt haben. Aber ich sage mal so: In den 25 Jahren, die ich nun schon im Unternehmen bin, habe ich ein sehr großes Netzwerk aufgebaut. Wenn Anfragen vom Monitor kommen, kann ich direkt den richtigen Adressaten ausmachen und kontaktieren. Zudem habe ich aufgrund meines Werdegangs viel internationale Erfahrung und spreche ganz ordentliches Englisch. Außerdem sagt man mir nach, dass ich ein ­integrativer Typ sei – was in so einer Scharnierrolle nicht ganz unwichtig ist.

» Dem Monitor geht es nicht darum, Schuldige zu suchen. «

Christof Spathelf

Was reizt Sie an dieser Aufgabe?
Es ist eine spannende und internationale Aufgabe – und es ist etwas ganz Neues. Im Unternehmen hat schließlich niemand Erfahrung damit, was die Zusammenarbeit mit einem Monitor angeht. Genau das hat mich gereizt. Außerdem fasziniert es mich, mit so interessanten Persönlichkeiten wie Larry Thompson und seinem Team zusammenzuarbeiten.

Auf welche Themen schaut der Monitor mit seinem Team aktuell ganz besonders?
Wir haben als Unternehmen neben anderen zwei wesentliche Vereinbarungen mit dem US-Justizministerium geschlossen. Das ist zum einen das sogenannte Plea Agreement. Darin heißt es ganz allgemein, dass sicherzustellen ist, dass ein Compliance System installiert bzw. ausgebaut wird, damit sich so etwas wie die Diesel-­Krise nicht wiederholen kann. Zum anderen gibt es das Consent Decree. Da stehen sehr konkrete Auflagen drin, die wir zu ­bestimmten Stichtagen erfüllt haben müssen. Andernfalls drohen Strafzahlungen.

Was sind die Goldenen Regeln?
Das sind 13 konkrete Grundsätze, die wir bei der Software-Entwicklung von Steuergeräten, bei der Emissionstypisierung und der Eskalation im Ausschuss Produkt­sicherheit berücksichtigen werden. Das ist eine ambitionierte Aufgabenstellung, die bis Mitte Oktober erledigt sein muss. Wir unterstützen die Technische Entwicklung und die Qualitätssicherung dabei, die ­Regeln in konkrete Prozesse für jeden ­einzelnen Entwicklungsschritt zu implementieren.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht: Wie begegnen die Mitarbeiter dem Monitor und seinem Team?
Natürlich schwingt bei dem einen oder anderen auch eine Portion Skepsis mit. Aber grundsätzlich nehme ich bislang alle, mit denen wir in Kontakt stehen, als sehr offen und hilfsbereit wahr. Dem Monitor geht es schließlich nicht darum, Schuldige zu ­suchen. Sondern darum, etwaige Schwachstellen aufzudecken – und Hinweise zur Verbesserung zu geben.

» Jedem sollte bewusst sein, dass gewisse Spiel­regeln auch im Berufsleben gelten. «

Christof Spathelf

Christof Spathelf

Der 59-Jährige arbeitet seit 1992 bei Volkswagen, leitete unter anderem die Produktion in Südafrika und Emden, die Lackiererei in Wolfsburg ­sowie die Logistik in Braunschweig. Bevor er im April das Projektbüro Monitorship übernahm, verant­wortete er die Konzernproduktions- planung und -strategie

Kann man den Monitor letztlich sogar als Chance für Volkswagen betrachten?
Absolut. Das würde ich dreifach unterstreichen. Es ist nicht so einfach, ein Unternehmen mit so vielen Mitarbeitern über Nacht zu verändern. Den Monitor sollten wir als externen Katalysator verstehen, der diesen Prozess beschleunigt.

Was kann jeder einzelne Mitarbeiter dazu beitragen, dass Volkswagen ein besseres Unternehmen wird?
Wir können ein Compliance System einführen, Regeln aufstellen, Prozesse beschreiben – am Ende geht es darum, dass die Menschen, die in diesem Unternehmen arbeiten, integer denken und auch so handeln. Darauf legt der Monitor großen Wert. Jedem sollte bewusst sein, dass gewisse Spielregeln, die im alltäglichen Leben ganz normal sind, auch im Berufsleben gelten. Das betrifft jeden einzelnen – vom Auszubildenden bis zum Vorstandsvorsitzenden.