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Dieses Kraftpaket liebt Kurven

Der up! GTI1 hat den Sprung in die GTI-Familie geschafft. Das hat Wolfgang Bartusch mitgestaltet.

Der up! GTI ist der kleine Bruder von Golf GTI² und Polo GTI³. Er ist der erste up!, der zum GTI wurde. Den Sprung in die GTI-Familie, die beim legendären GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich (9. bis 12. Mai 2018) einen großen Auftritt haben wird, hat Wolfgang Bartusch an wichtiger Stelle mitgestaltet. Er hat als Fachgruppensprecher das up! -Fahrwerk zu einem up! -GTI -Fahrwerk gemacht.

Links, rechts, links, rechts, Kurve, Kehre, bergauf, bergab – so sind die Landstraßen, die rund um Nizza in die schroffen Berge der südfranzösischen Côte d’Azur führen. Der up! GTI, der Kleinste der GTI-Familie, fühlt sich hier sich pudelwohl. „Dafür haben wir ihn gemacht. Er frisst die Kurven und ist wendig wie ein Gokart“, sagt Fahrwerk-Entwickler Wolfgang Bartusch und bremst an. Die nächste Kurve. Bei der Testfahrt erzählt er, wie man den up! zu einem up! GTI, also zu einem kraftvollen Flitzer macht – auf 3,60 Meter Länge, mit 85 kW/115 PS und mit 196 km/h Top-Geschwindigkeit. Mit tiefgründigem Lächeln ergänzt Bartusch: „Für einen Entwickler ist ein GTI nicht nur eine ganz besondere Aufgabe – das ist die Krönung!“

Wolfgang Bartusch hat in gut zwei Jahren viele Stellschrauben am Fahrwerk des up! GTI gedreht. Er sagt:

»Nur durch ein tolles Team war es möglich, unserem kleinsten Volkswagen die GTI-Gene einzuflößen.«

Unser up! GTI – Ein echter GTI

Seit 33 Jahren ist er bei Volkswagen, seit 22 Jahren in der Technischen Entwicklung in Wolfsburg. Wolfgang Bartusch (58) bringt die Erfahrung aus vier Generationen Polo mit – darunter auch drei Polo GTI – und war der Fachgruppensprecher für den neuen up! GTI, der seit Kurzem bei den Händlern steht. Drei Fragen an den Fahrwerksentwickler des up! GTI, der vor wenigen Tagen in den Ruhestand gegangen ist.


Worin bestand die Herausforderung bei der Entwicklung des Fahrwerks für den up! GTI?
Für einen Entwickler ist ein GTI immer eine besondere Aufgabe. Beim up! mussten wir einen großen, kraftvollen Motor in eine Modellreihe bringen, die ursprünglich nur für kleine Motoren ausgelegt war. Wir haben ja beim up! GTI die Leistung auf 85 kW gebracht. Das ist fast doppelt so viel wie beim Basismodell, das mit 44 kW/60 PS unterwegs ist. Daher mussten wir alles beim Fahrwerk an die höhere Leistung anpassen und viele Teile neu entwickeln.

Wie fährt unser kleinster GTI?
Der up! GTI liebt die Berge und er liebt Kurven. Dafür ist er gemacht. Es macht einfach Spaß, den kleinen Flitzer zu fahren. Wie ein Gokart. Mit grandioser Beschleunigung. Zackig und flott geht es bergauf und bergab und in den Kurven liegt unser dritter GTI wie ein Brett. Wenn man ihn fährt, weiß man, was GTI bedeutet.

Wie lief die Entwicklung?
Wir bekamen vor gut zwei Jahren den Auftrag, aus dem up! einen up! GTI zu machen und in die Serie zu bringen. Dazu mussten wir viele kleine Stellschrauben drehen, wie das Fahrwerk tieferlegen und sportlicher abstimmen, die Spurweite verbreitern und eine größere Bremse unterbringen. Alles lief Hand in Hand. Denn Entwicklung ist immer eine Teamleistung. Nur durch ein tolles Team war es möglich, unserem kleinsten Volkswagen die GTI-Gene einzuflößen und einen echten GTI auf die Straße zu bringen.

Der up! GTI ist nicht der erste GTI, dessen Fahrwerk Bartusch entwickelt hat. Er ist seit über 22 Jahren in der Technischen Entwicklung in Wolfsburg und bringt die Erfahrung aus vier Generationen Polo mit. Darunter sind auch drei Polo GTI. Auch beim stärksten Polo aller Zeiten, der Straßenversion des Polo R WRC, der mit einem 162-kW-/220-PS-Motor in der Spitze 243 km/h fährt, war er im Entwicklungsteam. Bartusch weiß, wie ein sportliches Fahrwerk für einen GTI geht. Vor gut zwei Jahren ist er als Fachgruppensprecher Fahrwerk zum up! gewechselt. Zunächst für die große Produktaufwertung, dann auch für den up! GTI – den stärksten up! aller Zeiten.

Der 1.070 kg leichte up! GTI stürmt die Berge zum Col de Vence hinauf. Von null auf 1.000 Höhenmeter geht es mächtig ab. Sein Kraftwerk arbeitet in Bestform. Dieser Motor ist die größte Herausforderung für die Fahrwerk-Entwickler gewesen. „Wir mussten einen großen, kraftvollen Motor in ein Auto bringen, das ursprünglich für kleine Motoren ausgelegt war“, erklärt Bartusch. Mit dem GTI hat sich die Leistungsbreite der up!-Familie stark erhöht. Sie wurde von 44 kW/60 PS im Basismodell auf 85 kW/115 PS im GTI sogar fast verdoppelt.

Deswegen mussten die Entwickler alles an die größere Leistung anpassen und neue Teile entwickeln. Bartusch, mittlerweile auf dem Beifahrersitz, listet auf: Die Bremse vorn ist ein Zoll größer als zuvor und kommt jetzt aus dem Golf-Baukasten. Das Fahrwerk liegt 15 Millimeter tiefer. Das Federbeinlager vorn wurde verstärkt. Vorn wie hinten gibt es stärkere Federn, sodass der kleinste GTI sportlicher federt. Die vordere und die hintere Spur wurden auf jeder Seite um vier Millimeter verbreitert. Mit der größeren Spurweite kann man nun auch schneller um die Kurve fahren. Die Entwickler haben außerdem die Dämpferkennung verändert und die Lenkung neu abgestimmt. Bartusch bemerkt zufrieden: „Die Lenkung passt jetzt ausgezeichnet zum Fahrwerk – alles ist so, wie es bei einem GTI sein muss.“

»In den Kurven ­
liegt unser dritter GTI wie ein Brett. Wenn man 
den up! GTI fährt, weiß man, was 
GTI bedeutet.«

Ein GTI braucht ein Sportfahrwerk und auch eine Sportlenkung. Dass der up! GTI beides hat, hat er mehrfach bewiesen. Etwa zwei Jahre wurde entwickelt und getestet. Mehr als eine Million Testkilometer hat er hinter sich. Höhepunkt war die letzte Abstimmung des Fahrwerks auf der unbarmherzigen Nordschleife des Nürburgrings in der Eifel. Diesen Test machen nur GTI-Modelle, bevor sie ihre letzte Freigabe für die Serienfertigung erhalten. „Auch diese Hürde haben wir leicht und souverän genommen“, berichtet der 58 Jahre alte Bartusch stolz.

Wir sind auf dem letzten Teilstück unserer Testfahrt. Autobahn. Der up! GTI schnurrt wie ein kleiner Rennwagen. Eben war er noch ganz der Kurvenflitzer bei unserer Bergprüfung. Jetzt liegt er bei gut 110 km/h satt auf der Straße. Stabil, sicher und allzeit sprungbereit zum Überholen oder Einfädeln. Der Spurwechsel wird leicht gemacht durch den kräftigen Antrieb und die griffige Lenkung. Bartusch bemerkt das: „Ja, sportlich soll das Fahrverhalten des up! GTI sein. Aber auch ein Otto Normalfahrer muss das Auto so sicher beherrschen, wie er es von einem Golf oder Polo gewohnt ist.“ Jetzt ist klar: Wenn man einen up! GTI entwickelt, hat man nicht nur sportliche Fahrer und GTI-Fans vor Augen. Man darf auch die normalen Fahrer nicht vergessen. Dann erst ist der up! GTI ein GTI. Dann erst ist er ein Volkswagen.

„Ach“, sagt Bartusch beim Aussteigen und kniet sich ans Vorderrad. „Einen Hinweis hätte ich noch.“ Er zeigt auf den Bremssattel: „Natürlich sind die rot. Wenn wir dem up! die GTI-Gene einflößen, dann auch bis ins kleinste Detail.“ Der up! GTI ist der letzte GTI, den Bartusch auf die Straße gebracht hat. Er ist dieser Tage in den Ruhestand gegangen.

Unser up! GTI – 
der stärkste up! 
aller Zeiten