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Das Mitarbeitermagazin
der Marke Volkswagen

Digitalisierung

IT-Symposium erlaubt Blick in die Zukunft

Der Volkswagen Konzern treibt den digitalen Wandel voran. Beim IT-Symposium standen die Themen Künstliche Intelligenz, Mensch-Roboter-Kooperation, Augmented Reality und digitale Kundenlösungen im Fokus.

Zweimal bewegt Wolfgang Hackenberg seine rechte Hand zügig nach links. Der Roboter beginnt seine Arbeit. Mit einem seiner beiden Arme greift er den Kupplungsring, bringt ihn in Position und übergibt ihn an den anderen Arm. Durch eine weitere Geste stoppt Hackenberg die Maschine und kontrolliert die Arbeit. Alles gut. Hackenberg winkt zum Weitermachen. Der Roboter setzt den Ring auf die Getriebewelle. Fertig. Bereit zum Verpressen.

Was Hackenberg, Leiter Smart.Production:Lab, in der Pilothalle des Werks Wolfsburg zeigt, ist nur eines von elf Exponaten des diesjährigen IT Symposiums, mit dem die Konzern IT einen Blick in die Zukunft des Unternehmens gestattet. Das Ausstellungsstück „Intelligente Mensch-Roboter-Kollaboration“ ist ein Gemeinschaftswerk des Smart.Production:Labs und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz unter Beteiligung der Abteilung Technologieentwicklung Roboter. Es zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine schon in drei bis fünf Jahren aussehen könnte.

„Das Herzstück unseres Exponats ist eine intelligente Softwarelösung“, erklärt Hackenberg. Die Software erlaubt es, eine Vielzahl von Sensoren und Aktoren modular und herstellerunabhängig zu integrieren. Die Maschine wird so zu einem angenehmen, weil flexiblen Unterstützer des Menschen. Das Besondere: Der Roboter reagiert umgehend auf Bewegungen und Gesten. Er erkennt mittels 3D-Kameras nahende Objekte und kann ihnen ausweichen. Bisherige Sicherheitsprobleme könnten damit in Zukunft gelöst sein. „Wir müssen den Arbeitsraum nicht mehr teilen, Mensch und Roboter können gefahrlos den gleichen Arbeitsraum nutzen“, erläutert Hackenberg. Vorteil für den Mitarbeiter: Die Maschine entlastet ihn von anstrengenden, ergonomisch ungünstigen Tätigkeiten.

Neue Möglichkeiten der dreidimensionalen Simulation eröffnet das Exponat HoloLens Aerodynamics, das in der Pilothalle wenige Meter weiter zu sehen ist. Mit der HoloLens auf dem Kopf können Entwickler und Designer beispielsweise digitale Strömungslinien an einem realen Fahrzeugmodell darstellen und im Team die Eigenschaften optimieren. Ein anderer Außenspiegel, eine verbesserte Motorhaube? Kein Problem: Mit wenigen Gesten steht ein 3D-Bild zur Verfügung, an dem die Veränderungen im Strömungsverhalten zu beobachten sind.

„Die HoloLens erleichtert die Arbeit der Entwickler. Auf aufwändige Prototypen werden wir in Zukunft zum Teil verzichten und dadurch die Kosten senken können“, sagt André Radon, Leiter IT Produktentwicklung, Qualitätssicherung & Beschaffung. Entwickelt wurde die HoloLens von Microsoft, die Software dafür hat das Virtual.Engineering:Lab von Volkswagen in Zusammenarbeit mit der Gesamtfahrzeugentwicklung entworfen. Ähnlich wie Kollege Roboter erfüllt die HoloLens bereitwillig viele Wünsche des Menschen. Der einfache Sprachbefehl „Red“ genügt – und aus dem blauen Golf wird ein roter. „Die Einsatzmöglichkeiten der 3D-Simulation sind groß“, sagt Radon.