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»Volkswagen und der VfL
gehören zusammen«

VfL Wolfsburgs neuer Manager Jörg Schmadtke spricht im inside-Interview über das Auftaktprogramm des Fußball-Bundesligisten, seine Rolle als Hoffnungsträger, seine Vorfreude auf das autonome Fahren und das lebenswerte Wolfsburg.


Herr Schmadtke, Sie sind das Gesicht des neuen VfL Wolfsburg und für viele Fans der Hoffnungsträger, dass nach zwei Spielzeiten mit Rettung in allerletzter Minute alles besser wird. Wird es besser?

Ich sehe mich nicht als Hoffnungsträger, denn über das Wohl und Wehe eines Klubs entscheiden nie nur ein oder zwei Personen. Wenn ein Verein erfolgreich ist, ist das immer eine Teamleistung. Ob es besser wird? Wir tun alles dafür, das kann ich versichern. Versprechen aber kann ich nichts, auch wenn wir schon auf einem guten Weg sind, den Teamgedanken im ganzen Klub weiterzuentwickeln. 

Was reizt Sie an der Aufgabe Wolfsburg?

Der VfL ist ein Klub mit großem Potenzial. Die Frage ist: Warum hat er dieses in den vergangenen beiden Jahren nicht abgerufen? Das möchte ich herausfinden und eigene Ideen einbringen, damit der Verein wieder erfolgreicher wird – allerdings ohne seine DNA zu verändern.

»Wenn ein Verein erfolgreich ist, ist das immer eine Teamleistung«

Jörg Schmadtke beim inside-Interview in der Volkswagen Arena.

Welche Fähigkeiten braucht ein guter Bundesliga-Manager?

Ein guter Bundesliga-Manager muss immer selbstkritisch sein und auch eine kritische Distanz zum gesamten Fußballgeschäft bewahren. Sonst wird man betriebsblind. Außerdem muss er anpassungsfähig sein. Man kann nicht einmal eine Blaupause entwerfen und diese dann bei jedem Verein anwenden, bei dem man arbeitet. Was zum Beispiel in Köln richtig war, kann in Wolfsburg völlig falsch sein. Man darf nie vergessen: Jeder Klub hat seine eigene Historie und seine Eigenheiten.

Welche Eigenheiten haben Sie beim VfL ausgemacht?

Der VfL ist ein Klub mit hervorragenden Rahmenbedingungen. So ein gutes Trainingsgelände sowohl für die Profis als auch für den Nachwuchs findet man nicht oft in der Bundesliga. 
Diese tollen Arbeitsbedingungen müssen wir nun aber auch für uns nutzen. Vor allem aber sind wir als 100-prozentige Tochtergesellschaft Teil des weltgrößten Autobauers, für den mehr als 600.000 Menschen täglich hart arbeiten und hervorragende Autos bauen. Sonst wären im vergangenen Jahr bestimmt nicht mehr als 10,7 Millionen Volkswagen verkauft worden. Für jeden unserer Spieler sollte ganz klar sein: Volkswagen und der VfL gehören zusammen, auch wenn der VfL eine eigenständige Unternehmung ist.

Waren Sie schon im Werk?

Ja, und auch schon in der Autostadt. Ich habe aber noch nie an einer Werktour teilgenommen und möchte das nachholen, sobald ich Zeit habe. In diesen Genuss ist bisher nur mein Sohn gekommen, als er mich kurz nach meinem Amtsantritt hier in Wolfsburg besucht hat. Er war begeistert und hat gesagt: ,Papa, da musst du unbedingt hin!‘

Wie nehmen Sie die Stadt Wolfsburg wahr?

Deutlich attraktiver, als sie überregional wahrgenommen wird. Ich staune immer wieder, was für ein großes Freizeitangebot es in dieser Stadt gibt und wie grün sie ist. Ich war auch schon in den Ortsteilen Fallersleben und Vorsfelde und kann sagen: ,Ich finde es hier sehr lebenswert!‘ Und wenn ich richtiges Großstadt-Flair haben will, bin ich mit dem ICE in einer Stunde in Berlin.

Der Start des VfL in die neue Saison ist anspruchsvoll mit den Partien gegen Vizemeister Schalke und den Vorjahressechsten Leverkusen. Oder sehen Sie das anders?

Ich bin froh über dieses Startprogramm. Das Argument, man habe Zeit, langsam in die Saison zu gleiten, zählt nicht. Es geht Knall auf Fall los und bei Gegnern wie Schalke und Leverkusen weiß jeder sofort, was auf ihn zukommt. Als Spieler versteht man dann auch besser, warum man diesen oder jenen Lauf in der Vorbereitung noch machen muss – und das nicht einmal, sondern vielleicht Dutzende Male.

Wann wäre die neue Saison eine gute für den VfL?

Stand heute wäre ich mit einem Platz im Tabellenmittelfeld zufrieden, ohne Abstiegssorgen. Außerdem ist es unser Anspruch, den Zuschauern etwas zu bieten. Fußball ist Teil des Unterhaltungsgewerbes. Da ist ein lahmer Kick für die Zuschauer ein- oder zweimal okay, aber nicht auf Dauer.

Teil des VfL ist auch eine der erfolgreichsten Frauenmannschaften der Welt. Was können sich die Männer abgucken?

Auf jeden Fall die Erfolgsbesessenheit und Zielstrebigkeit über so viele Jahre. Sonst wären die vielen Titel in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League nicht möglich gewesen.

Kennen Sie sich aus in der Bundesliga 
der Frauen?

Ja, denn in Köln war ich als Geschäftsführer auch für die Bundesliga-Frauen des FC zuständig. Und eine gute Freundin von mir ist Managerin des SC Freiburg. Das Spiel ist anders als das der Männer. Wenn man das berücksichtigt, kann man hervorragenden Fußball sehen. Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich auch zu unseren Frauen ins Stadion gehen.  

Lassen Sie uns über Fahrzeuge reden. Sind Sie ein leidenschaftlicher Autofahrer?

Ja, ich bin gern zügig unterwegs. Meine Frau fühlt sich aber sicher und schläft sogar, wenn ich fahre. Das werte ich als gutes Zeichen. Mein Job bringt es mit sich, dass ich viele Stunden im Auto verbringe. Schon während meiner Zeit bei Hannover 96 bin ich den Touareg gefahren. Seit Kurzem fahre ich den neuen Touareg. Die Neuauflage hat einen großen Sprung nach vorn gemacht. Wenn die Autos in Zukunft autonom fahren, ist das für mich eine gute Sache. Dann könnte ich während der Fahrt sogar arbeiten.

Fast 400 Erst- und Zweitligaspiele hat Jörg Schmadtke bestritten. Seit drei Monaten ist er VfL-Manager.

Jörg Schmadtke

ist seit 1. Juni Geschäftsführer Sport des VfL Wolfsburg. Zuvor war er acht Jahre Manager bei Alemannia Aachen und jeweils vier Jahre bei Hannover 96 und beim
1. FC Köln. In seiner aktiven Zeit war der gebürtige Düsseldorfer Torwart und spielte vor allem in seiner Heimatstadt bei der Fortuna. Anschließend führte ihn sein Weg zum SC Freiburg, zu Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. Vor 20 Jahren beendete er seine Karriere. Schmadtke ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seine Hobbys sind Lesen und Sport.